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Ermittlungen wegen Steuerhinterziehung Hoeneß soll mit Millionen gezockt haben


Tag zwei der Affäre Hoeneß: Medienberichten zufolge soll der Bayern-Präsident im großen Stil an der Börse spekuliert haben - mit einem Millionen-Darlehen des früheren Adidas-Chefs Dreyfus.

Ihm liege vieles auf der Zunge, sagte Uli Hoeneß der "Süddeutschen Zeitung" am Sonntag, "aber ich muss erst mit den Behörden meine Hausaufgaben machen". Keine Antworten also vom Bayern-Präsidenten. Dafür häufen sich die Fragen und Spekulationen um den Fall Hoeneß, seine Selbstanzeige und die Steuerermittlungen um den Fußballmanager und Wurstfabrikanten.

An Tag zwei des Steuerskandals kommen Fragen zu der Zocker-Mentalität des moralischen Aushängeschilds des FC Bayern auf. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, soll Uli Hoeneß im Jahr 2000 von seinem mittlerweile verstorbenen Freund Robert Louis-Dreyfus, dem ehemaligen Adidas-Chef, ein Darlehen von 10 bis 15 Millionen Euro bekommen und damit an der Börse spekuliert haben.

Auch die "Bild"-Zeitung schreibt, dass Hoeneß und Dreyfus, der in der Schweiz lebte, ein Schweizer Konto eröffnet und an der Börse und mit Devisen spekuliert haben sollen. Laut der Zeitung vermuten Insider, der Bayern-Präsident könnte in dieser Zeit die angefallene Kapitalertragssteuer aus seinen Spekulations-Geschäften nicht an die deutschen Steuerbehörden gezahlt haben. Die Staatsanwaltschaft konzentriert sich nun vor allem auf die Jahre von 2001 bis 2010 und führte laut "Bild" im März eine Razzia in den Privat-Räumen des Bayern-Präsidenten durch.

Ein Zusammenhang zwischen Hoeneß' Selbstanzeige und dem stern-Artikel vom Januar 2013, in dem es um einen "Spitzenvertreter der Bundesliga" ging, der auf einem geheimen Fußballkonto in der Schweiz eine halbe Milliarde gebunkert haben soll, ist nicht herzustellen. Laut "Bild" sollen Ende 2010 rund 20 Millionen Euro auf Hoeneß' geheimem Konto in der Schweiz verbucht gewesen sein. Mit dem FC Bayern soll das Geld in keiner Verbindung stehen, versicherte ein Hoeneß-Vertrauter der Zeitung.

"Gegen die Exzesse in einigen Berichterstattungen werde ich mich anwaltschaftlich zur Wehr setzen", kündigte Uli Hoeneß am Wochenende im "Münchner Merkur" an. Für eine Münchner Zeitung könnte dies gar "richtig teuer" werden. Einen Rücktritt als FC-Bayern-Präsident lehnt Hoeneß ab.

Dauer der Ermittlungen nicht absehbar

Der in der Steuer-Affäre von Hoeneß ermittelnde Oberstaatsanwalt Ken Heidenreich will noch keine Angaben über die Dauer der Untersuchungen machen. "Das lässt sich rein zeitlich sehr schwer einschätzen, das hängt immer von der Fallgestaltung ab. Es müssen viele Dinge geprüft werden", sagte Heidenreich von der Staatsanwaltschaft München II am Montag.

Heidenreich bestätigte, dass die Ermittlungen durch eine Selbstanzeige des Präsidenten des deutschen Fußball-Rekordmeisters FC Bayern München im Januar aufgenommen worden seien. Zu Details, Summen oder einer im Raum stehenden Hausdurchsuchung machte er keine Angaben. "Zu Einzelheiten möchten wir uns nicht äußern."

kmi/anb/DPA DPA

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