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Ermittlungen: Weitere Daimler-Manager gehen

Daimler-Chrysler trennt sich nach stern.de-Informationen von zwei weiteren Managern, die in Korruptionsfälle verwickelt sein sollen. Die US-Börsenaufsicht SEC ermittelt in der Sache.

Von Rainer Nübel und Jan Boris Wintzenburg

Im Zusammenhang mit den weltweiten Ermittlungen der US-Börsenaufsicht SEC gegen Daimler-Chrysler wegen Korruption, Steuerhinterziehung und Falschbilanzierung trennt sich der Automobilkonzern von weiteren Managern. Nach stern.de-Informationen hat ein leitender Vertriebsmanager in der Omnibussparte von Daimler-Chrysler den Konzern bereits verlassen.

Wie aus Konzernkreisen verlautet, geht die SEC dem Verdacht nach, dass beim Verkauf von Mercedes-Omnibussen Bestechungsgelder bezahlt worden sein sollen. Die in der Türkei, aber auch in Deutschland produzierten Fahrzeuge werden vorrangig in Europa und den GUS-Staaten vertrieben. Insider berichten, dass es nach SEC-Ermittlungen in diesem Zusammenhang auch in Deutschland zu Korruptionsfällen gekommen sein soll. In den vergangenen Jahren habe es wiederholt Fälle gegeben, in denen kommunale Buskäufer Provisionen und andere Vergünstigungen erwartet hätten, wenn sie Mercedes-Busse bestellten.

Wie stern.de weiter erfuhr, trennt sich der Konzern zum Monatsende auch von einem leitenden Vertriebsmanager im Lkw-Bereich, der bisher in China tätig war. Auch dort soll es um unzulässige Zahlungen gegangen sein.

Daimler-Chrysler wollte sich gegenüber stern.de zu beiden Fällen nicht äussern. Es handele sich um ein laufendes Verfahren. Man nehme die Ermittlungen der SEC allgemein sehr ernst, hieß es in Stuttgart. Die Ermittlungen der US-Börsenaufsicht SEC gegen Daimler-Chrysler laufen bereits seit Sommer 2004. Bisher mussten in diesem Zusammenhang rund 15 Manager den Konzern verlassen. Daimler-Chrysler hat für mögliche Schäden, Anwaltskosten und Strafzahlungen bisher über 400 Millionen Euro zahlen beziehungsweise zurückstellen müssen. Der Konzern soll außerdem mit der SEC über eine Einstellung des Verfahrens gegen eine Geldbuße von über 600 Millionen Euro verhandeln.

Von:

Rainer Nübel und