HOME

Erste Apple-Anleihen seit 1996: Vertrauen in Höhe von 17 Milliarden Dollar

102 Milliarden Dollar hat Apple auf seinen Konten liegen. Weil es aber billiger ist, sich Kapital über Anleihen zu besorgen, leiht sich das Unternehmen mal eben eine neue Rekordsumme über "iBonds".

Über Apple ist in dieser Woche ein wahrer Geldregen niedergegangen. Durch den Verkauf von Anleihen hat sich der iPhone- und iPad-Hersteller nach Daten des Finanzdienstleisters Bloomberg insgesamt 17 Milliarden Dollar beschafft (umgerechnet 13 Milliarden Euro) und damit so viel wie kein anderes US-Unternehmen zuvor auf einen Schlag. Das Geld soll in den Rückkauf eigener Aktien und in Dividenden fließen. So will Apple seinen schwächelnden Kurs aufpäppeln.

Anleihen sind Schuldpapiere. Apple muss dafür Zinsen berappen und das Geld nach einer vorher festgelegten Zeit zurückzahlen. Für Apple ist es günstiger, Schulden zu machen, statt auf die eigenen Reserven zurückzugreifen. Denn rund 102 Milliarden Dollar und damit zwei Drittel des Kassenbestands sind außerhalb der USA geparkt. Bei der Überweisung in die USA würden hohe Steuern fällig.

Orderanfragen in Höhe von 50 Milliarden Dollar

Deshalb hatte Apple schon vor einer Woche verkündet, erstmals seit fast zwei Jahrzehnten wieder Anleihen verkaufen zu wollen. Die Papiere bekamen schnell den Spitznamen "iBonds". Und diese "iBonds" waren gefragt bei den Investoren. Wie Bloomberg und das "Wall Street Journal" unter Berufung auf eingeweihte Personen schrieben, hätten in den Orderbüchern Anfragen über 50 Milliarden Dollar gestanden.

Zuletzt hatte Apple 1996 Schuldpapiere ausgegeben. Danach hatte der zurückgekehrte Gründer Steve Jobs viel Wert darauf gelegt, das Unternehmen schuldenfrei zu halten. Doch Apple hatte unter Jobs' Nachfolger Tim Cook jüngst seine Ausschüttungen an die Anteilseigner auf 100 Milliarden Dollar verdoppelt und erklärt, zur Finanzierung den Kapitalmarkt anzapfen zu wollen. Die Deutsche Bank organisierte die Platzierung der Anleihen zusammen mit dem Wall-Street-Haus Goldman Sachs.

Aktien 40 Prozent unter Rekordmarke

Unabhängig von der Anleihe gab der russische Milliardär Alischer Usmanow eine Investition von 100 Millionen Dollar in Apple-Aktien bekannt. "Ich glaube an die Zukunft von Apple auch nach dem Tod von Steve Jobs", sagte er in #link;http://www.bloomberg.com/news/2013-04-30/billionaire-usmanov-bets-on-apple-s-growth-after-facebook.html# einem Bloomberg-Interview#.

Usmanow ist ein bekannter Internet-Investor und machte zum Beispiel viel Geld beim Facebook-Börsengang im vergangenen Jahr. Die Apple-Aktie liegt derzeit um rund 40 Prozent unter ihrem Rekordhoch bei gut 700 Dollar vom vergangenen September.

nik/DPA / DPA
Themen in diesem Artikel