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Euro-Gebiet: Inflation mit 3,0 Prozent auf Drei-Jahres-Hoch

Wegen erhöhter Preise für Benzin, Heizöl und Bekleidung ist die Inflationsrate im September überraschend auf 3,0 Prozent angestiegen. Einen noch kräftigeren Anstieg gab es zuletzt 2008 mit 3,2 Prozent.

Die Verbraucherpreise in der Euro-Zone sind im September so stark angezogen wie seit fast drei Jahren nicht mehr. Der überraschende Anstieg dämpft Spekulationen über eine rasche Zinssenkung durch die Europäische Zentralbank (EZB). Die Inflationsrate kletterte überraschend auf 3,0 Prozent von 2,5 Prozent im August, teilte die Statistikbehörde Eurostat am Freitag in einer ersten Schätzung mit. Als Grund gelten höhere Preise für Benzin, Heizöl und Bekleidung. Einen noch kräftigeren Anstieg gab es zuletzt im Oktober 2008 mit 3,2 Prozent.

Volkswirte erwarten aber eine Trendwende bei der Preisentwicklung durch einen konjunkturellen Abschwung. "Mit der näher rückenden Rezession im Euroraum wird der Inflationsdruck deutlich nachlassen", sagte Commerzbank-Experte Christoph Weil. Dies eröffne der EZB die Möglichkeit, ihre Geldpolitik zu lockern. Die EZB sieht stabile Preise nur bei Teuerungsraten von knapp unter zwei Prozent gewährleistet. Sie hatte ihren Leitzins wegen wachsender Inflationsrisiken in diesem Jahr zweimal angehoben - von 1,0 auf aktuell 1,5 Prozent. Die Commerzbank erwartet für Dezember eine erste Zinssenkung, der im März eine weitere folgen werde.

Auch in Deutschland hatte ein kräftiger Anstieg bei den Sprit- und Heizölpreisen sowie bei Bekleidung die Inflationsrate im September auf den höchsten Stand seit drei Jahren getrieben. Die Verbraucherpreise lagen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um 2,6 Prozent höher als vor einem Jahr.

Reuters/DPA / DPA / Reuters