HOME

Eurozone wächst: Lettland bekommt grünes Licht für den Euro

Das Eurogebiet wird größer. Lettland tauscht seine Währung Lats gegen den Euro. Das ist auch ein politisches Signal: Die Eurozone zerbricht nicht, sie wächst noch. Folgt Nachbar Litauen 2015?

Das Eurogebiet wird größer: Lettland kann zum 1. Januar kommenden Jahres den Euro einführen. Die EU-Finanzminister billigten am Dienstag in Brüssel mehrere Rechtsakte, die die Aufnahme ins gemeinsame Währungsgebiet ermöglichen, berichteten Diplomaten.

Das Land mit rund 2 Millionen Bürgern erfüllt alle Maastrichter Beitrittskriterien und wird das 18. Mitglied in dem Währungsclub. Der Umrechnungskurs wird auf 0,702804 Lats für 1 Euro festgesetzt.

Der lettische Ressortchef Andris Vilks sprach zum Auftakt des Treffens von einem symbolischen Datum. "Wir gehen voran, weil wir wissen, wie wichtig dieses Ziel ist." Der Euro sei ein wichtiger Anker, gerade für kleine Volkswirtschaften in Europa.

Mehr als die Hälfte der Letten gegen den Euro

Allerdings hatten sich bei einer Umfrage zuletzt mehr als die Hälfte der Letten gegen die geplante Einführung des Euro ausgesprochen. Bei einer Befragung des Marktforschungsunternehmen SKDS waren 53 Prozent der Befragten gegen den Währungswechsel, sagte Meinungsforscher Arnis Kaktins am Dienstag im lettischen Radio. Nur 22 Prozent unterstützten die Übernahme der Gemeinschaftswährung.

Die EU-Kommission und die Europäische Zentralbank (EZB) hatten dem Land im Nordosten des Kontinents im Juni die Euroreife bescheinigt. So lag etwa die Staatsverschuldung 2012 bei 40,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), erlaubt sind 60 Prozent. Das Defizit betrug 1,2 Prozent vom BIP, erlaubt sind 3 Prozent.

amt/DPA / DPA
Themen in diesem Artikel