Ex-WestLB-Manager Sengera muss wieder vor Gericht


Der Bundesgerichtshof hat den Freispruch gegen Ex-WestLB-Chef Jürgen Sengera kassiert. Nun muss der ehemalige Banker wegen Untreue wieder vor Gericht erscheinen.

Der frühere WestLB-Chef Jürgen Sengera muss wegen seiner Verantwortung für einen geplatzten Milliardenkredit erneut vor Gericht. Der Bundesgerichtshof hob den Freispruch aus dem vergangenen Jahr auf und verwies das Verfahren zurück an das Landgericht Düsseldorf. Dort muss eine andere Kammer nun neu verhandeln. In der Revisionsverhandlung hatten die Richter "Schwächen und Lücken" im Urteil festgestellt.

Die damals drittgrößte Landesbank in Deutschland war durch den Kredit in eine finanzielle Schieflage geraten. Durch das 1,35 Milliarden Euro schwere Darlehen an den britischen TV-Geräte-Verleiher Boxclever war der WestLB ein Schaden von rund 400 Millionen Euro entstanden, dem Manager wurde daraufhin Untreue vorgeworfen.

Der mittlerweile 66-Jährige wurde im Juni 2008 freigesprochen. Richterin Brigitte Koppenhöfer sagte bei der Urteilsverkündung damals, das der Angeklagte Sengera zwar "objektiv den Tatbestand der Untreue erfüllt" habe, allerdings konnte das Gericht keine Indizien dafür finden, dass Sengera gewusst habe, dass das Darlehen in höchstem Maße ausfallgefährdet gewesen sei.

DPA DPA

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