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Export, Industrie, Börse Wirtschaft sorgt für gute Laune


Aktuelle Zahlen aus der Wirtschaft rütteln das WM-verkaterte Deutschland wach und sorgen für Stimmung: Allerorten gibt es positive Konjunkturdaten, die Börse kommt wieder in Fahrt und auch weltweit stehen die Zeichen auf Wachstumskurs.

Während ganz Deutschland nach der WM-Niederlage gegen Spanien in Katerstimmung befindet, ist der Donnerstag für Börsianer und Ökonomen ein Festtag. Denn im Gegensatz zu den Fußballern ist Deutschlands Wirtschaft in extrem robuster Verfassung.

So leisten sich weltweit wieder mehr Menschen, Organisationen und Unternehmen Produkte "Made in Germany": Die deutschen Exporte stiegen im Mai kräftig um mehr als neun Prozent im Vergleich zum Vormonat an, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Schon jetzt lasse sich absehen, dass die Ausfuhren im ersten Halbjahr "alle Erwartungen übertreffen" würden, erklärte der Außenhandelsverband BGA. Deutsche Unternehmen lieferten im Mai Waren im Wert von 77,5 Milliarden Euro ins Ausland - im Vergleich zum April ein Plus von 9,2 Prozent und im Vergleich zum Mai vor einem Jahr ein Plus von 28,8 Prozent - der höchste Anstieg seit zehn Jahren.

Auch die Produktion in Deutschland steigt weiter kräftig an. Nach vorläufigen Angaben für den Mai nahm die Erzeugung im produzierenden Gewerbe preis- und saisonbereinigt um 2,6 Prozent zu, wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilte. Die Industrieproduktion stieg sogar um 3,4 Prozent, der Bau legte etwas weniger stark zu. Für April wurden die endgültigen Zahlen nach oben korrigiert: Dort stieg die Produktion um 1,2 Prozent.

Auch IWF und EZB verbreiten Zuversicht

Dazu passen neue Daten des Internationalen Währungsfonds (IWF), wonach die Weltwirtschaft dank der Zugpferde China und Indien schneller als bislang angenommen wächst. Der IWF hob seine Prognose am Donnerstag um 0,4 Punkte auf 4,6 Prozent an. Ein erneuter Konjunktursturz sei unwahrscheinlich.

Für die Eurozone besserten sich die IWF-Aussichten zwar nicht, aber immerhin sieht die Europäische Zentralbank (EZB) Anzeichen für ein Ende des Vertrauensverlustes in die Staatsfinanzen einzelner Mitgliedsländer. Die Notwendigkeit für die EZB, Anleihen finanzschwacher Euro-Staaten aufzukaufen "scheint sich schrittweise verringert" zu haben, sagte Zentralbankchef Jean-Claude Trichet. Den Euro-Leitzins beließ die EZB bei 1,0 Prozent.

Die Nachrichten blieben an der Börse nicht unerhört. Der Dax zog zwar nicht so stark an wie andere Kursbarometer, sprang aber locker über die 6000-Punkte-Marke und schloss mit 0,7 Prozent im Plus bei 6035 Punkten.

Parallel zu guten Wirtschaftsdaten aus Deutschland und der Welt sind die Kurse an den wichtigsten Börsen am Donnerstag teils deutlich gestiegen. Der deutsche Aktienindex Dax zog zwar nicht ganz mit, sprang aber locker über die 6000-Punkte-Marke und legte bis zum Nachmittag immerhin 0,8 Prozent auf 6041 Zähler zu. Zuvor hatten die Börsen in New York und Tokio für glänzende Vorgaben gesorgt.

ben/AFP/Reuters/DPA DPA Reuters

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