Finanzkrise Gewinne von HSBC brechen ein


Die weltweite Finanzkrise hat auch den größten europäischen Bankkonzern HSBC erfasst: Die Gewinne des Unternehmens brachen im ersten Halbjahr um 29 Prozent ein. An der Börse ging der Aktienkurs deutlich nach unten.

Der größte europäische Bankkonzern HSBC hat in der Folge der US-Hypothekenkrise den heftigsten Gewinneinbruch seit 2001 erlitten. Wie HSBC in London mitteilte, sank der Gewinn im ersten Halbjahr 2008 um 29 Prozent auf 7,72 Milliarden Dollar (4,95 Milliarden Euro). Im Vergleich zu anderen Banken ist das britische Finanzinstitut allerdings glimpflich durch die Krise gekommen, HSBC schnitt etwas besser als ab von Experten erwartet. Bei der Bekanntgabe des Ergebnisses sank die Aktie dennoch um 2,1 Prozent.

"In der ersten Hälfte des Jahres 2008 präsentierten sich die Finanzmärkte so problematisch wie seit Jahrzehnten nicht mehr", sagte HSBC-Chef Stephen Green. Die Profitabilität sei in fast der gesamten Finanzindustrie signifikant gesunken. "HSBC war gegen den Aufruhr nicht immun." Die HSBC ist nach eigenen Angaben weiter gut mit Kapital ausgestattet. Andere amerikanische und britische Großbanken wie die Citigroup oder HBOS mussten sich zuletzt Milliarden an neuem Geld am Finanzmarkt holen.

Abschreibungen auf faule Hypothekenpapiere und Vorsorge für Kreditrisiken wuchsen im ersten Halbjahr 2008 um 58 Prozent auf rund zehn Milliarden Dollar, wie die Bank weiter mitteilte. Bei den Kosten verzeichnete die Bank einen Anstieg um acht Prozent auf 20,14 Milliarden Dollar.

Die größten Verluste erlitt HSBC im US-Geschäft, das etwa ein Viertel des Umsatzes ausmacht. HSBC wies für den nordamerikanischen Markt einen Halbjahresverlust von 2,9 Milliarden Dollar aus. In den ersten sechs Monaten 2007 erzielte die Bank dort noch 2,4 Milliarden Dollar Gewinn. Das Minus konnte jedoch durch teils deutliche Gewinnsprünge in Europa und im asiatischen Raum kompensiert werden. Die Bank gab keinen konkreten Ausblick auf das laufende Jahr. Die Lage der Weltwirtschaft bleibe "herausfordernd" und sei mit "deutlichen Unsicherheiten" versehen.

DPA/AP AP DPA

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