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FIRMENPLEITE: Enron: Jetzt ermittelt das FBI

Wirtschaftsprüfer werden von Kongress vorgeladen, nachdem sie von November letzten Jahres bis letze Woche im großen Umfang Akten vernichtet haben sollen.

FBI-Beamte haben am Dienstag in der Firmenzentrale des zusammengebrochenen US-Energiekonzerns Enron Ermittlungen wegen des Verdachts auf Aktenvernichtung aufgenommen. Die Dokumente sollen nach Beginn der staatlichen Ermittlungen zerstört worden sein. Eine ehemalige Enron-Managerin hatte dem Fernsehsender ABC berichtet, dass die Vernichtung der Dokumente bereits im November begonnen hatte und bis letzte Woche weiterging.

Ermittler des US-Kongresses kündigten unterdessen in Washington an, dass führende Manager der für Enron tätigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Arthur Andersen für eine Anhörung am Donnerstag vorgeladen werden. Ein ehemaliger Wirtschaftsprüfer hatte kürzlich zugegeben, dass Enron-bezogene Akten vernichtet wurden. Außerdem gibt es Vorwürfe, dass die Prüfer trotz Zweifel an den Bilanzpraktiken des Konzerns nicht aktiv wurden.

Die engen Verbindungen zu Enron könnten auch US-Präsident George W. Bush in Bedrängnis bringen. So hatte der Präsident des Unternehmens, Lawrence Whalley, im Finanzministerium um Hilfe bei den Verhandlungen mit den Banken gebeten. Enron gehörte zu den größten Geldgebern für den Präsidentschaftswahlkampf Bushs. Enron, einst das siebtgrößte Unternehmen der USA, meldete am 2. Dezember Konkurs an, nachdem Übernahmeverhandlungen mit Dynegy gescheitert waren.

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