ENERGIE Zerschlagung Enrons zeichnet sich ab


Ein Jahr nach der Pleite der Skandalfirma scheint das Schicksal des einst größten Erdgashändlers der USA festzustehen - für Teile von Enron läuft ein Bieterverfahren.

Derzeit läuft das Bieterverfahren für nicht vom Konkurs betroffene Beteiligungen und Bereiche des Unternehmens, das am 3. Dezember 2001 mit der damals noch größten Pleite in der amerikanischen Geschichte Anleger und Mitarbeiter schockiert hatte. Enron hatte über Jahre seinen Gewinn zu hoch ausgewiesen und Schulden teilweise nicht in der Bilanz berücksichtigt.

Verkauf nur bei entsprechendem Erlös

Laut Firmensprecher Mark Palmer werden die endgültigen Gebote für Ende Dezember erwartet. Betroffen sind davon unter anderem der Energievorsorger Portland General Electric, den Enron 1997 gekauft hatte, sowie drei Pipelines. Entscheidend sei, ob ein Verkauf genug bringe, sagte Palmer. Sollte nicht ausreichend geboten werden, stelle sich die Frage, ob die Beteiligungen zu einem neuen Unternehmen zusammengefasst würden.

Rückkehr zu den Wurzeln

Insolvenzrechtsexperte Todd Zywicki von der George Mason University sagte: »Es sieht so aus, als ob es ein Jahr dauern und Unsummen an Gebühren kosten musste, um den Punkt zu gelangen, der schon am Anfang deutlich war: Enron sollte versteigert werden.« Enron-Interimschef und Sanierungsexperte Stephen Cooper hatte bei seinem Amtsantritt im Januar noch betont, er sehe gute Chancen, Enron in verkleinerter Form zu erhalten, wobei sich das Unternehmen wie bei seinen Anfängen 1985 auf die Lieferung von Gas und Strom konzentrieren sollte.

Der Energiekonzern Enron, der einst zu den zehn größten Konzernen des Landes zählte und weltweit 20.000 Mitarbeiter beschäftigte, hatte Insolvenz anmelden müssen, nachdem seine Übernahme durch den Konkurrenten Dynegy Ende November 2001 gescheitert war und das finanzielle Desaster damit nicht mehr abzuwenden war.


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