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Verbrauchertäuschung Foodwatch verklagt Aldi wegen irreführendem Slogan zum Kükentöten

Küken
Derzeit werden noch millionenfach männliche Küken vergast
© Getty Images
Mit dem Slogan "Wir schaffen das Kükentöten" ab, bewirbt Aldi seine Eier. Die Verbraucherorganisation Foodwatch hält diese Werbung für irreführend und verklagt den Discounter.

Die Verbraucherorganisation Foodwatch wirft Aldi Verbrauchertäuschung beim Thema Kükentöten vor und hat Klage am Landgericht Essen eingereicht. Das berichtete die "Neue Osnabrücker Zeitung". Foodwatch kritisiert demnach Werbung des Discounters, in der es unter anderem heißt: "Wir schaffen das Kükentöten ab."     

Die Verbraucherorganisation moniert, die Aussage sei irreführend, da sich das Versprechen lediglich auf die Schaleneier im Karton bezieht. Nicht berücksichtigt seien verarbeitete Eier beispielsweise in Kuchen, Nudeln oder Fertiggerichten. Im Zuge dieser Produktion würden weiter männliche Küken getötet. Korrekt müsse es daher heißen: "Wir schaffen das Kükentöten bald ein bisschen ab" oder "Aldi beendet das Kükentöten bis 2022 vielleicht etwas", schreibt Foodwatch auf seiner Homepage, auf der auch die Klageschrift verlinkt ist. 

Foodwatch will Aldi daher gerichtlich untersagen lassen, mit Sätzen wie "Wir schaffen das Kükentöten ab" oder "Ohne Kükentöten bei Aldi Nord" zu werben. Auf Anfrage der "Neuen Osnabrücker Zeitung" wollte sich Aldi unter Verweis auf das Verfahren nicht zu den Vorwürfen äußern. 

Lidl stoppte Werbung

Das Landgericht in Essen bestätigte den Eingang der Klage. Mit einer Entscheidung sei frühestens im kommenden Jahr zu rechnen, hieß es. Zuvor hatte Foodwatch bereits Lidl wegen vergleichbarer Werbung abgemahnt. In den Anzeigen hieß es, "Schluss mit Kükentöten". Lidl hat diese Art der Werbung mittlerweile gestoppt.    

Jedes Jahr werden in Deutschland 45 Millionen männliche Küken der Legehennen-Linien direkt nach dem Schlupf vergast. Ihre Aufzucht lohnt sich nicht. Im September hatte Bundesagrarministerin Julia Klöckner einen Gesetzentwurf vorgelegt, wonach die Praxis ab 2022 verboten werden soll. Das Ministerium teilte zuletzt auf Anfrage der AfD mit, man befände sich "nach wie vor mit der Branche im Gespräch, um eine Branchenvereinbarung mit einer Verpflichtung zu kükentötenfreien Lieferketten zu erreichen."

Dank technischer Möglichkeiten kann das Geschlecht des Kükens mittlerweile bereits im Brutei festgestellt werden, sodass männliche Küken gar nicht erst ausgebrütet werden. Foodwatch kritisiert, dass ein Verbot des Kükentötens nur ein Symptom der industriellen Hühnerhaltung bekämpft. Das Leiden der hochgezüchteten Tiere aber gehe weiter.

bak AFP

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