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Verdi-Bundeskongress: So beliebt wie Zahnweh - aber Chef Bsirske darf weiter herrschen

Gewerkschaftschef Frank Bsirske ist wieder gewählt worden - zu seiner fünften Amtszeit. Kritik an seiner Arbeit gibt es innerhalb von Verdi kaum. Die Gewerkschafter sind froh, dass sie ihn haben.

Ein Kommentar von Andreas Hoffmann

Frank Bsirske jubelt mit Blumenstrauß in der Hand

Verdi-Chef Frank Bsirske zeigt sich auf dem Bundeskongress seiner Gewerkschaft in Leipzig nach seiner Wiederwahl in Jubelpose

Wow. Dieser Bsirske. Wie er das wieder hinbekommen hat. Einfach zwei Niederlagen in einen Sieg umgewandelt. Wochenlang schickte er zehntausende Postler und zehntausende Erzieher in den Arbeitskampf, verbrannte 100 Millionen Euro an Streikgeldern und trotzte den Arbeitgebern nur Mini-Erfolge ab. Aber was macht seine Gewerkschaft Verdi? Buhen ihn die Delegierten auf dem Bundeskongress aus?
Nö. Sie wählen ihn wieder. Zum fünften Mal und zwar mit 88,5 Prozent, etwas schlechter als vor vier Jahren, als er 94,7 Prozent erhielt.

Dieser Bsirske. Seit über 14 Jahren sitzt er an der Spitze von Verdi und wird dort vier weitere Jahre sitzen. Die Rente mit 67, die der 63jährige heftig bekämpft, gilt nicht für ihn. Er macht einfach weiter. Bemerkenswert ist das insofern, da Bsirske in weiten Teilen der gewerkschaftsfernen Öffentlichkeit so beliebt ist wie Zahnweh. Als Nervensäge, Betonkopf oder Zumutung beschreiben ihn die Medien, und an diesen Bild malen einige Gewerkschaftsfürsten kräftig mit. Doch bei Verdi zeichnen sie ein anderes Bild. Bei dieser Gemischtwaren-Gewerkschaft, die Müllmänner, Banker, Krankenschwester, Kassiererinnen und Lagerarbeiter vertritt, gilt Bsirske als Guru; nur ihm trauen die Mitglieder zu, den Laden zusammenzuhalten.

Weil dieser Bsirske weiß, wie Verdi tickt.

Was hatten hatten viele Journalisten - auch der Autor dieser Zeilen - vorher geunkt: Ein Sturm zieht auf dem Kongress auf. Hatte Bsirske doch im Poststreik das Ziel ausgegeben, die sogenannten „Deliveries“ wegzubekommen, in die die Post Jobs auslagert. Am Ende, nach dem Arbeitskampf, blieben die Deliveries, Bsirske verhinderte nur, dass bis 2018 nicht weitere Jobs ausgelagert werden. Mehr nicht. Die Delegierten sahen es dennoch als Erfolg. Vom harten Kampf redeten sie, vom unfairen Arbeitgeber, über Bsirske utopische Ziele redete kaum jemand. 

Keine Kritik am Zick-Zack-Kurs

Nicht viel anders beim Kita-Streik. Bsirske Blamage war dort noch größer. Das Ergebnis kam nach einer Schlichtung zustande, Bsirske warb dafür, doch die Basis lehnte es ab. Und plötzlich war Bsirske auch dagegen. Aber kritisierte jemand diesen Zick-Zack-Kurs? Kaum. Einige Delegierten mahnten, dass "die Basis verunsichert" sei, andere dass man "einen Plan B haben" müsste, doch scharfe Worte fielen nicht.

Dieser Bsirske hatte es auch geschickt angelegt. Vor dem Kongress ging er auf Tauchstation, Interviews in den großen Zeitungen, die er sonst gerne gibt, verkniff er sich. Die Delegierten würde er nur über den Kongress erreichen, wußte er, nicht über die Medien. In der Leipziger Kongresshalle stellte er die zwei Streik-Pleiten geschickt in eine Bilanz der vergangenen vier Jahre, redete über Erfolge bei Krankenhäusern, über die neuen Tarifverträge bei den Handelsketten Zara, Esprit und H&M, über die höheren Löhne beim zentralen Call-Center der Sparkassen in Halle, über 27.000 neue Mitglieder in den letzten Monaten. Er berichtete über Pleiten im Einzelhandel, über den Niedergang der Druckindustrie, oder wie der Online-Händer Amazon "die Amerikanisierung der Arbeitsverhältnisse" durchsetzen will. Und siehe da: In dieser Schlacht um Arbeitsplätze steht Verdi so schlecht gar nicht da. Oder wie Bsirske sagte: "Das Glas ist mehr als halb voll." 

An Bsirskes Erfolgsstory schrieb sogar die Kanzlerin mit, warb sie doch in ihrer Rede für den Mindestlohn. Kein anderer Gewerkschaftschef hat so dafür getrommelt wie Bsirske, und nun kam Lob von höchster Stelle. Der Mindestlohn sei "ein Fortschritt", es sei "wichtig, dass das erreicht wurde", sagte Angela Merkel.

Was man von alledem halten soll? Dieser Bsirske ist ziemlich clever. Er weiß, wann er hart bleiben kann, und wann er eine Wende hinlegen muss. Manche werden dies als prinzipienlos oder unzuverlässig geißeln, aber er muss eine Gewerkschaft führen, die über 1000 Berufe vertritt und deren Struktur aus Landesverbänden, Bezirken und Fachbereichen, noch freundlich umschrieben ist, wenn man sie chaotisch nennt. 

Bsirske wird unberechenbar bleiben

In diesem Chaos ist Frank Bsirske unberechenbar. Und er wird unberechenbar bleiben. Auch das ist eine Erkenntnis des Verdi-Kongresses, die viele Eltern ärgern wird. Denn die Streiks in den Kitas werden sich vermutlich fortsetzen, es wird Überraschungen geben, manchmal werden die Erzieher in den Arbeitskampf ziehen, manchmal nicht, und manchmal werden sie zu anderen Mitteln greifen. Eine "massive Eskalation" kündigt der Verdi-Chef an. Vorsorglich. Dieser Bsirske. Wow.
 

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(