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Führungswechsel bei Air Berlin: Hunold geht, Mehdorn kommt

Joachim Hunold hat die Fluglinie Air Berlin zu dem gemacht, was sie heute ist: Deutschlands zweitgrößte Fluglinie und Teil des internationalen Oneworld-Verbundes, zu dem auch British Airways gehört. Jetzt macht Hunold Schluss und präsentiert seinen potenziellen Nachfolger.

Zum 1. September legt Air-Berlin-Vorstandschef Joachim Hunold seinen Posten nieder, wie er am Donnerstag in einer Telefonkonferenz in Berlin mitteilte. Der Rücktritt stehe noch unter dem Vorbehalt, dass der Verwaltungsrat dem Schritt zustimmt. Eine Sitzung dazu werde am Donnerstag oder Freitag stattfinden. Air Berlin ist eine Aktiengesellschaft nach britischem Recht. Hunold schlug übergangsweise den früheren Deutsche-Bahn-Chef Hartmut Mehdorn als neuen Vorstandschef vor. Mehdorn sei dazu bereit, auch über diese Lösung müsse der Verwaltungsrat noch entscheiden, sagte er.

Hunold sagte, er habe für sich entschieden, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für einen Wechsel an der Air-Berlin-Spitze gekommen sei. Ein Nachfolger können nun "unbelastet" den eingeleiteten Sparkurs fortsetzen. Air Berlin hatte auch im zweiten Quartal Verlust gemacht. Das Unternehmen kündigte Einschnitte im Streckennetz an und will seine Flotte verkleinern. Die Börse reagierte positiv auf die neue Entwicklung. Der Kurs von Air Berlin stieg kurzzeitig um mehr als vier Prozent, fiel dann aber wieder zurück.

Der heute 61-jährige Hunold hatte Air Berlin 1991 gegründet und in den Folgejahren zur zweitgrößten Fluggesellschaft aufgebaut. In jüngster Zeit allerdings lief das Geschäft nicht mehr so gut. Vor der Ankündigung seines Rücktritts hatte Hunold am Donnerstag mitgeteilt, dass Air Berlin unrentable Strecken streichen und seine Flotte verkleinern werde. Als Gründe nannte er höhere Belastungen durch die Luftverkehrssteuer, hohe Kerosinpreise sowie die Auswirkungen der Unruhen in Nordafrika auf das wichtige Ägypten-Geschäft.

ono/AFP/DPA / DPA
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