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FUSION: Massiver Stellenabbau bei Dresdner Bank

Eingliederung in den Allianz-Konzern kostet etwa 1.500 Stellen. Der Standort Frankfurt ist davon angeblich nicht betroffen.

Der Zusammenschluss von Dresdner Bank und Allianz wird nun doch zu einem massiven Stellenabbau bei den Investmentbankern führen. Durch die geplante Zusammenfassung von Firmenkundengeschäft und Investment Banking werden voraussichtlich rund 1.500 Stellen abgebaut. Damit sollen Kosten von rund 500 Millionen Euro (knapp einer Milliarde Mark) jährlich gespart werden.

Auslandsbeteiligungen auf dem Prüfstand

Das Institut machte zunächst weder Angaben über den Zeitrahmen für den Stellenabbau noch darüber, welche Regionen besonders stark betroffen sein werden. Nach Informationen des »Handelsblatts« sollen die Aktivitäten der Investmentbank Dresdner Kleinwort Wasserstein in Asien eingestellt werden, und auch in den USA ist ein Personalabbau geplant. Federn lassen solle dabei vor allem die auf die Fusions- und Übernahmeberatung spezialisierte Wasserstein Perella. Die geplanten Entlassungen würden in Finanzkreisen als Zugeständnis von Dresdner-Chef Bernd Fahrholz und DKW-Chef Leonhard Fischer an Allianz-Vorstandschef Henning Schulte-Noelle für die vollständige Integration der Investmentbank in den Versicherungskonzern gesehen. Weltweit beschäftige DKW rund 8.500 Mitarbeiter, davon mehr als 6.000 in Europa.

Deutschland bleit Kernmarkt

Wie die Dresdner Bank weiter mitteilte, wird sich der neue Unternehmensbereich Corporates & Markets auf das europäische Firmenkunden- und Kapitalmarktgeschäft sowie auf das internationale Geschäft mit Firmenübernahmen und Fusionen konzentrieren. Ziel ist in stärkerem Maß als bisher die Synergiepotenziale zu nutzen. Zudem soll der Rückzug des Firmenkundengeschäfts von Kreditengagements außerhalb Europas konsequent weiterverfolgt werden. Kernmarkt für das Kreditgeschäft bleibt der deutsche Markt und dessen mittelständische Firmenkunden.

Kein DKW-Börsengang mehr?

Durch die Zusammenlegung scheint der ursprünglich geplante Börsengang von Dresdner Kleinwort Wasserstein zu den Akten gelegt zu sein. Bei der Ankündigung der Fusion von Dresdner und Allianz im Frühjahr hatten es noch geheißen, Dresdner Kleinwort Wasserstein in London soll verselbstständigt und in den nächsten Jahren an die Börse gebracht werden. An der Spitze des neuen Unternehmensbereiches soll nach Angaben des Dresdner Bank ein Executive Committee stehen, dass von DKW-Chef Fischer geführt wird.