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G7-Finanzgipfel: Hedgefonds noch nicht unter Kontrolle

Es war wohl der berühmte kleinste gemeinsame Nenner, auf den sich die G7-Finanzminister auf ihrem Treffen in Essen geeinigt haben. Man sei sich einig, so Peer Steinbrück, dass es besseren Schutz vor den Risiken von Hedgefonds geben müsse.

Die Finanzminister der sieben führenden Industrienationen (G7) wollen die Weltwirtschaft wirksamer vor Risiken durch den Zusammenbruch von Hedgefonds schützen. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück sagte nach Ende des G7-Treffens in Essen, es gebe zwar noch keine konkreten Beschlüsse. Es sollte aber im Eigeninteresse der Fonds selbst liegen, den Aufsichtsbehörden Möglichkeiten zur Vorsorge gegen einen eventuellen Kollaps einzuräumen.

Nach den Worten Steinbrücks soll bis zum nächsten Treffen der G-7-Finanzminister im Mai eine neue Abschätzung des Risikopotenzials von Hedgefonds für das globale Finanzsystem vorliegen, die eine Beurteilung aus dem Jahr 2000 fortschreibt. In ihrer Abschlusserklärung hieß es, Wachsamkeit sei geboten, auch wenn die Fonds zur Effizienz des weltweiten Finanzsystems beitrügen. "Angesichts des starken Wachstums der Hedgefonds-Industrie und ihrer Handelspraktiken müssen wir wachsam sein".

Allein im Jahr 2006 verwalteten die Hedgefonds etwa 1,3 Billionen Dollar. Steinbrück sagte, es sei ein Erfolg, dass erstmals in der G7-Runde über das Thema gesprochen worden sei. Damit sei ein Prozess in Gang gesetzt. In der Vergangenheit hatten sich vor allem die USA und Großbritannien dagegen gesperrt. Die Finanzminister und Notenbankchefs aus Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien, den USA, Kanada und Japan hatten unter deutscher Präsidentschaft in Essen zwei Tage weitere Themen wie Energiepolitik, die Reform des Internationalen Währungsfonds, die Entwicklung von Anleihemärkten in Schwellenländern und die Welthandelsrunde diskutiert.

Kein Ergebnis beim Klimaschutz

Noch keine Übereinstimmung erzielten die Finanzminister beim Thema Klimaschutz. Steinbrück sagte, er habe verschiedene Fragen angesprochen wie eine Kerosinsteuer, eine Steuer auf Flugtickets und die Vereinheitlichung der fünf unterschiedlichen Kfz-Steuersystem in Europa. "Die Fragen sind nicht beantwortet", sagte der Minister.

Zuversichtlich beurteilten die Finanzminister und Notenbankchefs die Aussichten für die Weltwirtschaft. Die Euro-Zone verzeichne einen kräftigen Aufschwung. Kanada und Großbritannien befänden sich auf solidem Wachstumskurs, die Erholung der japanischen Wirtschaft gehe weiter, und die USA-Konjunktur sei solide. Steinbrück hob hervor, die Weltwirtschaft sei im fünften Jahr eines kräftigen Aufschwungs, und es habe seit sechs Jahren keine Finanzmarktkrise mehr gegeben.

Joachim Sondermann/AP / AP