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Geldhaus in der Krise: Deutsche Bank macht Milliardenverlust

Schwere Zeiten für die Deutsche Bank: Die Kosten für den Konzernumbau und diverse Rechtsstreitigkeiten bescheren dem Geldhaus allein im letzten Quartal einen Verlust von über zwei Milliarden Euro.

Schwere Zeiten für die Deutsche Bank: Im letzten Quartal 2012 gab es einen Milliardenverlust.

Schwere Zeiten für die Deutsche Bank: Im letzten Quartal 2012 gab es einen Milliardenverlust.

Die Deutsche Bank hat zum Jahresende einen massiven Verlust eingefahren. Wie Deutschlands größtes Bankhaus am Donnerstag in Frankfurt am Main mitteilte, machte es im vierten Quartal von Oktober bis Dezember ein Minus von rund 2,2 Milliarden Euro. Im Gesamtjahr 2012 musste die Deutsche Bank demnach einen drastischen Gewinnrückgang von rund 85 Prozent auf 611 Millionen Euro hinnehmen.

2011 hatte die Deutsche Bank noch 4,1 Milliarden Euro Gewinn gemacht. Im vierten Quartal 2011 hatte der Gewinn bei noch 147 Millionen Euro gelegen.

Auf die Geschäftszahlen des vierten Quartals 2012 habe die neue Konzernstrategie der Deutschen Bank für die kommenden Jahre einen "beträchtlichen Einfluss" gehabt, erklärte das Deutsche-Bank-Führungsduo Jürgen Fitschen und Anshu Jain. Die Deutsche Bank habe alleine Abschreibungen in Höhe von 1,9 Milliarden Euro vorgenommen.

Eine Milliarde für "signifikante Rechtsstreitigkeiten"

Zudem habe der Konzern im vierten Quartal "Aufwendungen für signifikante Rechtsstreitigkeiten" von einer Milliarden Euro verbucht, sagte Co-Chef Jain. Hintergrund seien "nachteilige Gerichtsurteile" und Untersuchungen von Finanzaufsichtsbehörden.

Dem Konzern drohen hohe Schadenersatzzahlungen im Zusammenhang mit der Pleite des Medienkonzerns Kirch. Auch laufen gegen die Deutsche Bank Untersuchungen wegen der Manipulation wichtiger internationaler Zinssätze.

Die Deutsche Bank hatte im September eine neue Geschäftsstrategie angekündigt und will bis 2015 jährlich rund 4,5 Milliarden Euro sparen. Der Konzern will unter anderem 1900 Stellen abbauen, vorwiegend im Investmentbanking. Änderungen sind auch bei der Vergütungspolitik geplant. Daneben sind Einsparungen bei der Informationstechnologie und den Immobilien des Konzerns geplant. Auch hatte die Deutsche Bank angekündigt einen "Kulturwandel" in der Branche mit vorantreiben zu wollen.

Konzern stellt sich auf harte Zeiten ein

Für die kommenden Jahre richtet sich der Konzern aufgrund der Umsetzung seiner der neuen Geschäftsstrategie auf harte Zeiten ein. "Diese Aufgabe wird uns nicht nur die nächsten Monate, sondern über Jahre hinweg beschäftigten", erklärte das Führungsduo Fitschen und Jain. Jedoch gebe es auch erste ermutigende Ergebnisse. Die Bank habe ihre Kernkapitalquote auf acht Prozent erhöht.

Die EU schreibt den Banken eine Kernkapitalquote von sieben Prozent vor. Auf diese Schwelle müssen die Institute in der EU ihre Kapitalquote mindestens anheben. In der Kernkapitalquote drückt sich aus, wie gut Banken für Krisenfälle gewappnet sind.

be/AFP/Reuters / Reuters