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GM-Tochter verkauft: Sportwagenbauer übernimmt Saab

Der einstige US-Autogigant General Motors hat ein weiteres Tochterunternehmen verkauft. Nachdem Opel weitgehend in die Unabhängigkeit entlassen wurde, verkaufte der insolvente Konzern aus Detroit nun auch die schwedische Marke Saab. Diese geht an den Sportwagenhersteller Koenigsegg - und bleibt somit im Lande.

Der schwedische Autobauer Saab wird an den kleinen Luxus-Sportwagenbauer Koenigsegg verkauft. Das Geschäft soll im dritten Quartal dieses Jahres abgeschlossen werden, teilten die bisherige Saab- Mutter General Motors und Koenigsegg am Dienstag mit.

Die Absichtserklärung sehe unter anderem eine Finanzierung durch die Europäischen Investitionsbank EIB in Höhe von 600 Millionen Euro vor, die von der schwedischen Regierung garantiert werde, hieß es. Koenigsegg war bereits seit Tagen als wahrscheinlicher Saab-Käufer gehandelt worden. Allerdings wurden auch Zweifel laut, da der kleine schwedische Sportwagenbauer bisher eher in der Größenordnung eines Handwerksbetriebs aktiv war. Im vergangenen Jahr setzte das Unternehmen gerade einmal 20 Sportwagen ab. Allerdings sind die Autos der Marke extrem teuer.

Kleiner Autobauer steigt groß ein

Koenigsegg betreibt dennoch ein lukratives Geschäft. Der Mindestpreis für einen der im südschwedischen Ängelholm hergestellten Wagen beträgt umgerechnet 650.000 Euro. Bei einem Umsatz von 112 Millionen Kronen (10 Millionen Euro) wurde im letzten Jahr erstmals ein Gewinn von 1,2 Millionen Kronen eingefahren. Das Modell CC82 gehört mit einer Spitzengeschwindigkeit von 388 Stundenkilometern zu den schnellsten Autos der Welt. Entwickelt wurden die Koenigsegg-Modelle bisher mit Hilfe von Ford und Volvo. Das Unternehmen hat rund 40 Beschäftigte, darunter zehn Ingenieure. Für Saab arbeiten dagegen in Schweden rund 3500 Menschen.

Der Deal war erst durch die Bürgschaft des Staates möglich geworden. Zuvor hatte die Stockholmer Regierung angesichts eines massiven Absatzeinbruchs bei Saab noch alle Hilfsleistungen für das Unternehmen abgelehnt. Sie begründete ihre Haltung mit dem Fehlen eines realistischen Zukunftskonzeptes neuer Eigner. Das scheint sich nun geändert zu haben, obwohl die hohen Schulden von Saab bei der bisherigen US-Mutter GM. auch für Koenigsegg eine Belastung sein dürften. Die Verbindlichkeiten belaufen sich auf 90 Prozent der Gesamtschulden von zehn Milliarden Kronen (900 Millionen Euro).

Saab hat nicht erst durch die Autokrise, sondern schon seit den 1990er-Jahren fast durchgängig Verluste eingefahren. Initiativen für eine gemeinsame Zukunft mit der bisherigen deutschen GM-Tochter Opel blieben ergebnislos.

AP/DPA / AP / DPA