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Greenpeace-Studie: Chemikalien in der Mode: H&M ist top, Victoria's Secret flop

Greenpeace hat untersucht, welche Modemarken bei der Produktion gefährliche Chemikalien einsetzen. Während einige große Textilfirmen sich ein Lob abholen, landen andere am Pranger.

Victoria's Secret

Victoria's Secret-Model Alessandra Ambrosio auf dem Laufsteg

Greenpeace sieht in der Modeindustrie Licht und Schatten beim Chemiekalieneinsatz. Die Umweltschutzorganisation lobte bei der Vorstellung einer Bestenliste von 19 führenden Modemarken die Spitzenreiter Zara, H&M und Benetton am Dienstag als "Trendsetter für eine saubere Textilproduktion". Esprit, Nike oder die Unterwäschefirma Victoria's Secret produzieren demnach weiterhin mit "gefährlichen Chemikalien". Die Umweltschützer mahnten grundsätzlich nachhaltigere Geschäftsmodelle an.

Auf der Online-Plattform "Detox-Catwalk" bewertet Greenpeace die 19 Modemarken vor allem mit Blick auf den Einsatz von giftigen Chemikalien. Diese hätten in Alltagskleidung und Schuhen nichts zu suchen, erklärte Greenpeace-Textilexperte Manfred Santen. Alle geprüften Unternehmen haben sich laut der Umweltschutzorganisation der Kampagne "Detox" (Entgiftung) angeschlossen und die Umstellung auf eine saubere Produktion bis zum Jahr 2020 zugesagt.

Greenpeace lobt Zara, BH&M und Benetton

"Zara, H&M und Benetton beweisen, dass eine schadstofffreie Produktion für Unternehmen jeder Größe möglich ist", erklärte Santen. Der Zara-Mutterkonzern Inditex aus Spanien hat Greenpeace zufolge seine Versprechen, alle per- und polyluorierte Chemikalien (PFC) aus der Lieferkette zu eliminieren, innerhalb des Zeitplans eingelöst. Benetton wurde gelobt, weil die italienische Firma ein eigenes Programm entwickelt habe, das über die Eliminierung von elf gefährlichen Chemikaliengruppen hinausgehe. H&M aus Schweden wende für Abwässer und Rezepturen die niedrigsten zur Verfügung stehenden technischen Nachweisgrenzen an.

Ein noch lückenhaftes Management von Chemikalien haben laut Greenpeace zwölf der Firmen, darunter Adidas, Levi's, Primark und Puma im Mittelfeld. Santen kritisierte die letzten vier Modefirmen auf der Liste seiner Organisation, sie setzten weiterhin umwelt- und gesundheitsschädliche Stoffe wie PFC in der Produktion ein. Konzerne wie Nike oder Esprit würden es bis 2020 nicht schaffen, giftfrei hergestellte Mode zu garantieren.

Grundsätzlich kritisierte Greenpeace, dass sogenannte Fast-Fashion-Marken wie Zara, H&M oder Benetton ein "wenig nachhaltiges Geschäftsmodell" hätten. "Neue Kollektionen alle paar Wochen belasten die Umwelt und benötigen enorme Ressourcen", erklärte Greenpeace-Experte Santen. "Zukunftsfähige Unternehmen" böten zum Beispiel einen "lebenslangen Reparaturservice" für die Kleidung an.

bak / AFP