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High Noon für Karstadt: Ver.di gibt sich optimistisch

Nach mehreren Aufschüben ist der Tag der Entscheidung für Karstadt gekommen: Während Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg offenbar keine großen Chancen mehr für ein Fortbestehen der Warenhauskette sieht, zeigt sich die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di noch optimistisch.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di rechnet mit dem Erhalt des Warenhauskonzerns Karstadt. "Wir sind optimistisch, dass die Abstimmung in London so abläuft, wie sich die Beschäftigten das erhoffen", sagte die stellvertretende Ver.di-Chefin Margret Mönig-Raane dem Berliner "Tagesspiegel" (Donnerstagausgabe). In London muss sich der Vermieter Highstreet entscheiden, ob er die vom designierten Karstadt-Eigentümer Nicolas Berrgruen geforderten Mietsenkungen gewährt. Ohne die Zusage droht die Zerschlagung von Karstadt. Einen Plan dafür will der Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg angeblich sofort vorlegen.

Die "Financial Times Deutschland" berichtete, Görg wolle dann noch am Abend auf einer Gläubigerausschusssitzung sein Liquidationsszenario vorstellen. Die Präsentation wurde mit der Einladung an die Ausschussmitglieder versandt und liege der Zeitung vor. Demnach sollen die Karstadt-Sport- und Premiumhäuser bis Jahresende verkauft und alle anderen Filialen bis Ende Februar 2011 geräumt werden.

Der Insolvenzverwalter fürchte, dass die Gespräche bei Highstreet scheiterten und Karstadt nicht mehr zu retten sei. Denn stimmen die Gläubiger des Konsortiums den geforderten Mietsenkungen nicht zu, bedeutet das die Blockade des Insolvenzplans. Der Verkauf an Berggruen wäre dann gescheitert.

APN / APN