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Hintergrund: Wer sind Permira und KKR?

Franz Müntefering nennt sie "Heuschrecken", sie selbst bezeichnen sich als "Private Equity"-Firmen. In dieser Liga spielen auch Permira und KKR mit, die derzeitigen Besitzer von ProSieben-Sat.1. Wer sind sie - und was wollen sie?

Permira und KKR gehören zu den sogenannten Private-Equity-Firmen. Ihr Ziel: Unternehmen aufkaufen, um sie später ganz oder in Teilen mit hohem Gewinn weiterzuverkaufen.

KKR ist einer der größten Akteure der Private-Equity-Branche. Die Abkürzung steht für Jerome Kohlberg, Jr., Henry Kravis und George R. Roberts. Die Drei gründeten das Unternehmen 1976 in New York. Seitdem hat die Firma nach eigenen Angaben mehr als 150 Geschäfte abgewickelt und dabei insgesamt 318 Milliarden Dollar angehäuft. Mittlerweile hat sich KKR auch in Deutschland etabliert: Unter den derzeit 35 Beteiligungen der Amerikaner finden sich immerhin fünf Firmen mit deutschem Hintergrund, darunter etwa A.T.U. – Auto-Teile-Unger Holding GmbH, der "Der Grüne Punkt " und der Gabelstaplerhersteller Kion. Insgesamt hält KKR zurzeit 35 Beteiligungen.

Ebenfalls ein Riese in der Private-Equity-Branche ist Permira. Die Firma ist vor allem in Europa aktiv. Sie wurde 1985 in London gegründet und eröffnete wenig später Büros in Frankreich, Deutschland, Italien und Großbritannien. Das erste außereuropäische Büro etablierte Permira erst 2002 in New York. Seit 1985 hat die Firma nach eigenen Angaben 19 Fonds mit einem Gesamtvolumen von fast 22 Milliarden Euro beraten. Die Fonds haben bisher mehr als 180 Transaktionen in über 15 Ländern durchgeführt. Dabei hat sich das Unternehmen ein Stück weit auf Medienkonzerne spezialisiert. Neben dem SBS Broadcasting, hielt Permira zwischen 2003 und 2006 etwa die Mehrheit am Bezahlsender Premiere. Darüber hinaus investiert Permira vor allem in die Chemiebranche, Konsumgüter und Industrieprodukte. Zuletzt erregte die Firma Aufsehen, als sie den Fischstäbchen-Hersteller Iglu im August 2006 übernahm. In Deutschland ist die Firma unter anderem am Brillenhersteller Rodenstock, dem Autozulieferer Kiekert, dem Mobilfunkanbieter Debitel und dem Modediscounter Takko beteiligt.

Britta Hesener
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