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Hitzechaos und ICE-Probleme: Der Bahn fehlt die Reserve

Wer ist verantwortlich für das Hitzechaos bei der Bahn? Laut Vorstandschef Rüdiger Grube auch die Hersteller. Den Kunden kann der Manager im stern wenig Hoffnung für die Zukunft machen. Chaos ist programmiert: Die Bahn hat kaum Ersatzüge.

Nach der Hitze-Pannenserie kritisiert Bahnchef Rüdiger Grube die Hersteller der ICE wegen des schlechten Zustands der Fahrzeugflotte. "Wir haben von der Industrie bislang fast nie Züge geliefert bekommen, die auch das geleistet haben, wofür wir bezahlt haben", sagt Grube im neuen stern.

Die Bahn hat derzeit nicht nur Probleme mit überlasteten Klimaanlagen des ICE 2. Auch die Radachsen des ICE 3 und ICE T müssen nach einem Achsbruch im Juli 2008 häufiger per Ultraschall auf Risse hin kontrolliert werden. Damals war ein ICE in Köln entgleist. Die Kontrollen binden große Teile der Wartungskapazitäten. "Wir fahren in den Werkstätten einen Drei-Schicht-Betrieb. Keine Frage, die sind stark ausgelastet", sagt Grube im stern.

Bahnkunden macht der Konzernchef wenig Hoffnung auf eine baldige Verbesserung der Situation. "Wir setzen alle Züge ein, die wir haben", so Grube: "Früher konnten wir jeden zehnten Zug in Reserve halten. Aufgrund der zehnmal häufigeren Kontrollintervalle ist die Reserve jedoch geschmolzen." Wenn heute ein Zug ausfalle, "haben wir bei den ICEs eben kaum noch Ersatz".

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