HOME

Hohe Gewinne: Google brummt

Das Stammgeschäft mit Online-Anzeigen läuft wieder - und bei Google klingeln die Kassen. Der Quartalsgewinn lässt die Börse jubeln. Weniger euphorisch dürften den Internet-Konzern die vielen Einsprüche gegen Google Street View stimmen. Heute läuft die Widerspruchsfrist ab.

Für Google zahlt sich die aufwendige Expansion aus. Mit überraschend starken Zahlen zum dritten Quartal sorgte das Unternehmen am Donnerstagabend (Ortszeit) für Jubel an der Börse. Die Aktie des Internet-Konzerns schoss im nachbörslichen Handel um neun Prozent in die Höhe. Im abgelaufenen Quartal verdiente Google unterm Strich 2,17 Milliarden Dollar - ein Plus von einem Drittel. Analysten hatten weit weniger erwartet. Auch der Nettoumsatz lag mit einem Anstieg auf 5,48 (Vorjahreszeitraum: 4,38) Milliarden Dollar über den Prognosen. Branchenexperten führten dies insbesondere auf kräftige Zuwächse im angestammten Anzeigengeschäft im Internet zurück.

Die neuen Google-Projekte

Google sucht derzeit nach neuen Möglichkeiten, seine Geschäfte zu erweitern. Projekte wie die Handy-Software Android, Übernahmen sowie entlegene Vorhaben im Bereich Erneuerbare Energien und zur Entwicklung voll automatisierter Autos verschlingen hohe Investitionssummen. Das Unternehmen stellte im dritten Quartal mehr als 1500 Beschäftigte ein, die Betriebskosten schnellten um ein Drittel hoch auf 2,19 Milliarden Dollar. Investoren hatten befürchtet, das Unternehmen könnte sich verzetteln und viel Geld in den Sand setzen.

Um diese Bedenken zu zerstreuen, gab das Management ausnahmsweise sogar Einblick in die Umsatzentwicklung von neuen Bereichen des Anzeigengeschäfts, dazu zählt etwa Werbung über Handys. Damit will Google zeigen, dass sich die Investitionen insbesondere im Feld der Smartphones und in Online-Projekte lohnen. "Worin wir investieren, treibt wirklich unsere Wachstumsraten hoch", sagte Finanzchef Patrick Pichette in einer Telefonkonferenz. Analysten zeigten sich beeindruckt. "Es sieht so aus, als ob die Geschäfte durch die Bank stabil sind", sagte Brian Pitz von UBS.

Hunderttausende Widersprüche

In Deutschland läuft heute die Widerspruchsfrist gegen die Abbildung von Wohnhäusern bei Google Street View ab. Bis Mitternacht können Mieter und Hauseigentümer in 20 Städten im Internet oder per Post noch Anträge stellen. Laut Medienberichten beantragten bereits bis Mitte September Hunderttausende Bürger, ihr Haus unkenntlich zu machen. Google hat zugesagt, dass diese Häuser in den Panorama-Fotos nicht angezeigt werden. Auch nachträglich, nach Start des Projekts Ende des Jahres, können noch Einwände geltend gemacht werden.

P.S.: 1,5 Milliarden Euro Gewinn in drei Monaten - obszön oder verdient? Diskutieren Sie mit uns auf Facebook.

Reuters/DPA/ben / DPA / Reuters