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Insolvente Backfabrik: Kontrolleure finden erneut Mäusekot bei Müller-Brot

Die bayerische Backfabrik Müller bekommt die Hygienemängel nicht in den Griff: Kontrolleure entdeckten am Montag erneut Mäusekot und tote Schaben. Die Produktion wird vorerst nicht freigegeben.

Herber Rückschlag für die nach einem Hygieneskandal insolvente bayerische Großbäckerei Müller: Auch nach einer mehrwöchigen Großreinigung der Produktionsanlagen in Neufahrn bei München fiel der Betrieb bei einer erneuten Hygieneprüfung durch. Das Landratsamt Freising teilte am Dienstag mit. Der Schädlingsbefall in der Backfabrik habe nicht ganz beseitigt werden können. In den Hallen seien erneut "Mäusekot und tote Schaben" gefunden worden. Wegen "erheblicher Zweifel an der Nachhaltigkeit der Maßnahmen" könne die Produktion nicht wieder freigegeben werden, sagte Landrat Michael Schwaiger.

Die Behörden hatten den Betrieb von Müller Ende Januar wegen schwerwiegender Hygienemängel stillgelegt. In dem Unternehmen, das etwa in München eine Vielzahl von Bäckereien hat und Großabnehmer wie Aldi, Lidl oder Tengelmann belieferte, waren in Proben von Zutaten Ungeziefer und Mäusekot gefunden wurden. Mehrere Großkunden von Müller sprangen in der Folge ab, das Unternehmen musste bald darauf Insolvenz anmelden.

Nach einer Generalsanierung hatten Lebensmittelüberwacher die Anlagen am Montag stundenlang unter die Lupe genommen.

Bereits am Montagabend gab es Hinweise, dass es weiterhin Probleme in der Fabrik gibt. Denn ursprünglich wollte der Insolvenzverwalter Hubert Ampferl bereits am Montagabend vermelden, dass die Produktion in dieser Woche wieder aufgenommen wird. Doch eine angekündigte Pressekonferenz des Krisenmanagers wurde mehrfach ohne Angabe von konkreten Gründen verschoben.

Von der Pleite sind neben etlichen Pächtern von Müller-Brot-Filialen rund 1250 Mitarbeiter in der Fabrik betroffen. Ihre Gehälter sind derzeit nur noch bis Ende März über das Insolvenzgeld der Arbeitsagentur gesichert. Der vorläufige Insolvenzverwalter hatte bis zuletzt gehofft, dass nach einer Wiederinbetriebnahme ein Investor die Backfabrik übernimmt. Er war allerdings davon ausgegangen, dass der Umsatz künftig mit etwa 40 Millionen Euro nur noch etwa ein Drittel des bisherigen Umsatzes betragen werde.

fro/DPA/AFP / DPA
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