VG-Wort Pixel

Jahresgutachten der fünf Wirtschaftsweisen Deutschland auf stabilem Wachstumspfad


Gute Nachrichten für das Team Merkel: Der Rat der Wirtschaftsweisen sieht die deutsche Wirtschaft schneller wachsen als es die Experten der Bundesregierung vorhergesagt hatten. Für Deutschland bestünden Chancen auf einen stabilen, wenn auch flachen Wachstumspfad.

Die fünf sogenannten Wirtschaftsweisen erwarten für Deutschland eine weiterhin stabile, wenngleich an Tempo verlierende konjunkturelle Entwicklung. Das Bruttoinlandsprodukts (BIP) werde in diesen Jahr um 3,7 Prozent, im kommenden Jahr um 2,2 Prozent wachsen, schreiben die Mitglieder des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (SVR) in ihrem am Mittwoch in Berlin veröffentlichten Jahresgutachten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte: "Wir freuen uns, dass die Lage so sehr viel besser aussieht als im vergangenen Jahr." Deutschland könne einem Wachstumspfad entgegensehen, der zwar nicht "überbordend", aber dennoch "stark ausgeprägt" sei. Die Bundesregierung hatte in ihrem Herbstgutachten einen BIP-Anstieg von 3,4 Prozent für 2010 und von 1,8 Prozent für 2011 vorausgesagt.

Basis für die "unerwartet positive Aufwärtstendenz" der deutschen Wirtschaft ist den Wissenschaftlern zufolge die starke Belebung des privaten Sektors, also Konsum und Investitionen. Diese Dynamik bedeute eine Absicherung gegen mögliche Unsicherheiten beim Export und beseitige darüber hinaus internationale Ungleichgewichte.

Zweite Stütze sei ein boomender Export: Deutsche Produkte wiesen im Vergleich ein hohen Maß an Wettbewerbsfähigkeit aus, das wirtschaftliche Umfeld vor allem in Schwellenländern sei günstig. Allerdings sei gerade der Export den größten Risiken ausgesetzt, warnten die Wirtschaftsweisen. Dazu zählten eine nachlassende Nachfrage hauptsächlich in den Ländern des Euro-Raums aufgrund der teils harten Konsolidierungspolitik und einer konjunkturellen Schwäche. Daneben seien unerwartete Schocks auf den Finanzmärkten nicht auszuschließen. Ein weiterer Rückschlag drohe mit dem vielerorts prophezeiten "Währungskrieg", infolge dessen der Wert des Euros merklich steigen könne.

Aus Sicht des Vorsitzenden des Sachverständigenrats, Wolfgang Franz, kann die Bundesregierung den Aufschwung nachhaltig durch entsprechende Weichenstellungen sichern. Dies seien die Schaffung von zielführenden institutionellen Regelungen für den Euro-Raum, die Reform der nationalen und internationalen Finanzmärke sowie die Konsolidierung der öffentlichen Haushalte.

APN/DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker