James Bond PR-Agent 007


Ist Geheimdienstler 007 in Wirklichkeit ein PR-Agent? Schon seit Jahren betreiben James-Bond-Filme Schleichwerbung. Auch der neue Bond ist keine Ausnahme. Rolex? Omega!

Der Mann ist längst selbst ein Markenartikel: Bond, James Bond, seit mehr als 40 Jahren als Agent 007 im Dienste Ihrer Majestät. Im neuesten Abenteuer "Casino Royale", das am Donnerstag in den deutschen Kinos anläuft, macht der Geheimdienstler aber auch kräftig Werbung für andere. Mehr als ein Dutzend Firmen nutzen den ersten Auftritt des neuen Hauptdarstellers Daniel Craig, um ihre Produkte rund um den Globus noch ein wenig bekannter zu machen.

Also rauscht Bond in einem Aston Martin DBS über die Straßen, telefoniert mit einem Sony Ericsson K800i und erledigt seine Gegner mit einer Waffe made in Germany, einer Walther-P99. Die Uhr stammt von Omega, die Smokings von der italienischen Edelmarke Brioni, und wenn sich der Agent gerade keinen Wodka Martini genehmigt, dann ist es erkennbar ein Heineken-Bier.

"Buy Another Day"

Product Placement ist bei Bond längst nichts Neues mehr. Bereits die Macher des ersten Films "Dr. No" setzten Produkte bekannter Firmen ein. Zum Beispiel fuhr Sean Connery 1962 ein englisches Cabrio namens Sunbeam Alpine. Im Lauf der Jahrzehnte wechselten die verschiedenen Doppelnull-Darsteller dann ihre Autos beinahe so häufig wie die Frauen. Bentley, Aston Martin, Ford, Lotus, Alfa Romeo, Rolls Royce, BMW - viele große Marken waren dabei.

Das bisherige Höchstmaß an Werbung wurde im vorigen Bond "Die Another Day" ("Stirb an einem anderen Tag") erreicht. Die Produktionsfirma Eon und das Hollywood-Studio Sony Pictures sollen mit der gezielten Platzierung von Produkten, die Bond-Fans ins Auge fallen, eine dreistellige Millionensumme eingenommen haben. Genervte Kinobesucher tauften den Film wegen des vielen Kommerzes allerdings kurzerhand in "Buy Another Day" ("Kauf an einem anderen Tag") um.

Vorliebe für schnelle Autos nutzen

Auch diesmal lässt sich die werbetreibende Wirtschaft die Chance nicht entgehen, den bekanntesten Geheimagenten der Welt und seine Vorliebe für schnelle Autos und technische Spielereien für ihre Zwecke zu nutzen. Beim Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft heißt es allerdings, das Thema werde überschätzt. Sprecher Volker Nickel meint: "Kein Zuschauer wird ein Handy kaufen, nur weil James Bond damit telefoniert."

Ähnlich sieht es auch Susanne Burgdorf, Pressesprecherin von Sony Ericsson. Das Mobiltelefon des Agenten sei "reine Imagesache". Zudem habe die Verwendung der Handys angesichts der Verbindungen von Sony Ericsson mit Sony Pictures einfach nahe gelegen. Zu den eingesetzten Summen will sich der Konzern - ebenso wie die anderen Firmen - nicht äußern.

"Schicke Uhr. Rolex?"

Auch der Autohersteller Ford hat sich einiges einfallen lassen. Außer in den Aston Martin - die britische Marke gehört derzeit noch zum US-Konzern, soll aber verkauft werden - steigt Bond auch in einen Ford Mondeo. Zugleich wirbt Ford kräftig mit der Verbindung zu "Casino Royale". Wer eine Testfahrt macht, bekommt zwei Kinokarten gratis. Vom Ford Fiesta und vom Ford Focus gibt es sogar 007- Editionsmodelle. Wer ein solches Auto kauft, bekommt die bisherigen 20 Bond-Filme als DVD-Sammlung geschenkt.

Mit dem deutschen Waffenhersteller Walther verbindet Bond die längste Tradition. Bislang war eine Walther in jedem Film dabei. Geschäftsführer Wulf-Heinz Pflaumer reiste stets zu den Dreharbeiten, um persönlich die Waffen zu übergeben. Ähnlich gut ist in dem neuen Film die Uhrenfirma Omega gestellt. Die Marke ist nicht nur zu sehen, sondern kommt auch im Text vor. "Schicke Uhr. Rolex?", wird Bond gefragt. Die Antwort: "Omega."

Britta Kuck/DPA DPA

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