Am 11. Februar wäre Burt Reynolds 90 Jahre alt geworden. Der markante Hollywoodstar mit dem legendären Schnauzbart prägte das amerikanische Unterhaltungskino der 1970er Jahre wie kaum ein anderer. Mühelos wechselte er zwischen charmantem Sympathieträger und kantigem Antihelden - und wurde so zum Publikumsliebling. Dabei blieb er sich stets treu: Sexsymbol und Superstar auf der Leinwand, abseits davon selbstironisch und unverstellt.
Burt Reynolds wollte zunächst gar kein Schauspieler werden
Dass Burt Reynolds einmal Schauspieler werden würde, war keineswegs vorgezeichnet. Im Gegensatz zu vielen anderen Hollywoodgrößen fand er eher spät und beinahe zufällig zur Bühne. Zunächst deutete vieles auf eine ganz andere Laufbahn hin: Während seiner College-Zeit galt Reynolds als vielversprechender Footballspieler, ein Weg in den Profisport schien möglich.
Reynolds erhielt ein Football-Stipendium an der Florida State University. Doch eine Knieverletzung 1955 und ein späterer Autounfall beendeten seine sportlichen Ambitionen. Ein Englisch-Professor ermutigte ihn daraufhin, für ein Theaterstück am Campus vorzusprechen. Nach nur zwei Sätzen bekam er die Hauptrolle.
Wenig später gewann Reynolds ein Schauspielstipendium am Hyde Park Playhouse und zog nach New York. Dort hielt er sich zunächst mit Jobs als Stuntman, Kellner und Türsteher über Wasser. Seinen ersten größeren Fernsehauftritt hatte er in der Serie "Riverboat", sein Kinodebüt folgte 1961 mit "Angel Baby". In den folgenden Jahren war Reynolds vor allem im Fernsehen präsent und übernahm zahlreiche Rollen.
Großer Durchbruch mit "Beim Sterben ist jeder der Erste"
Der endgültige Durchbruch als Filmschauspieler gelang ihm schließlich 1972 mit "Beim Sterben ist jeder der Erste". Das düstere Actiondrama von John Boorman über eine Kanutour mehrerer Großstädter, die in einem Albtraum endet, wurde rasch zum modernen Klassiker - und erwies sich auch an den Kinokassen als Erfolg.
Ab Mitte der 1970er Jahre war Reynolds verstärkt in Actionkomödien zu sehen. Große Erfolge feierte er unter anderem mit "Ein ausgekochtes Schlitzohr" und "Auf dem Highway ist die Hölle los". In der zweiten Hälfte der 1970er zählte Reynolds kommerziell zu den erfolgreichsten Schauspielern weltweit.
1972 setzte er zudem ein Zeichen, das weit über Hollywood hinauswirkte: Für die Aprilausgabe der "Cosmopolitan" posierte er nackt vor der Kamera. Das Bild wurde zum ersten männlichen Centerfold (Ausklappbild) der Magazin-Geschichte - provokant, selbstbewusst und binnen kürzester Zeit weltberühmt.
Fehlentscheidungen und finanzielle Probleme
Burt Reynolds blieb nicht von Rückschlägen verschont. Er traf mehrfach umstrittene Rollenentscheidungen und lehnte Angebote ab, die später Filmgeschichte schrieben - darunter die Rolle des James Bond in der "James Bond"-Reihe sowie die Figur des Han Solo in "Star Wars". In den 1980er und frühen 1990er Jahren geriet seine Karriere spürbar ins Stocken, große Kassenerfolge blieben aus.
Auch finanziell geriet Burt Reynolds unter Druck. Durch gescheiterte Investitionen verlor er nach eigenen Angaben und Medienberichten Millionenbeträge. Zwei Restaurantketten, an denen er beteiligt war, meldeten Insolvenz an; auch sein Engagement beim Football-Team Tampa Bay Bandits erwies sich nicht als Glücksgriff. Zeitweise stand Reynolds mit hohen Schulden da.
Die Frauen in seinem Leben
Eine besondere Rolle in seinem Privatleben spielte die Beziehung zu seiner Schauspielkollegin Sally Field (79). Die beiden lernten sich am Set von "Ein ausgekochtes Schlitzohr" (1977) kennen und galten Ende der 1970er Jahre als eines der beliebtesten Leinwandpaare Hollywoods. Sie drehten insgesamt vier Filme zusammen und waren rund fünf Jahre ein Paar, ehe ihre Beziehung 1982 in die Brüche ging. Reynolds bezeichnete Field später als die große Liebe seines Lebens und räumte ein, dass die Trennung einer seiner größten Fehler gewesen sei. Nach Reynolds' Tod erklärte Field in einem Statement: "Meine Jahre mit Burt werde ich nie vergessen. Er ist Teil meiner Geschichte und meines Herzens, solange ich lebe."
Für ein großes Medienecho sorgte vor allem seine zweite Ehe mit Loni Anderson (1945-2025). Die 1988 auf seinem Anwesen geschlossene Verbindung endete 1993 in einer öffentlich ausgetragenen Trennung. Der Rosenkrieg füllte monatelang die Boulevardspalten. In seiner Autobiografie "But Enough About Me" räumte Reynolds selbstkritisch ein, er habe sich oft "wie ein Arschloch" verhalten und zu sehr an sich gedacht. In einem Interview mit "GQ" sagte er 2015: "Ich hoffe, ich kann einiges davon noch gutmachen."
Spätes Comeback in "Boogie Nights"
Ein überraschendes und viel beachtetes Comeback gelang Burt Reynolds 1997 mit "Boogie Nights". In dem Film von Paul Thomas Anderson (55) verkörperte er einen Pornofilmproduzenten und zeigte dabei eine ungewohnt verletzliche, zurückgenommene Seite. Die Rolle brachte ihm einen Golden Globe als "Bester Nebendarsteller" sowie eine Oscar-Nominierung ein.
Die Jahre vor seinem Tod
In den letzten Jahren vor seinem Tod hatte die Action-Ikone der 1970er und 1980er Jahre immer mehr abgebaut. "Zwei Rückenwirbel lösen sich mehr oder weniger auf", erklärte er in einem Interview. Außerdem habe er sich 2010 einer Herz-OP mit fünf Bypässen unterziehen müssen. Zuletzt zeigte er sich mit Krückstock in der Öffentlichkeit. Auch finanziell sah es nicht mehr rosig aus. 2011 musste Reynolds erneut Bankrott anmelden.
Kurz vor seinem Tod machte Burt Reynolds mit einem neuen Filmprojekt von sich reden. Er sollte in "Once Upon a Time in Hollywood" von Quentin Tarantino (62) neben Leonardo DiCaprio (51) und Brad Pitt (62) mitspielen. Die Dreharbeiten hatten bereits begonnen, seine Szenen waren aber noch nicht abgedreht. Er habe sich sehr auf diesen Dreh gefreut, hieß es in einem Statement seiner Nichte Nancy Lee Hess. Seine Rolle übernahm schließlich sein enger Freund Bruce Dern (89).
Burt Reynolds starb am 6. September 2018 im Alter von 82 Jahren in Florida. Als Todesursache wurden Herzprobleme genannt.