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Burt Reynolds: Boogie Nights, Blondinen und Blamagen

In den 70er Jahren galt er als "Sexsymbol" und hatte mit Action-Rollen großen Erfolg. Später verschwand Burt Reynolds in der Versenkung. Sein Comeback gelang ihm in der Rolle eines Porno-Produzenten.

Als Sexsymbol und Topverdiener in Hollywood kam Burt Reynolds groß heraus, obwohl es ihm an Gespür für die richtigen Rollen fehlte. Das räumt der schnauzbärtige Schauspieler, der am 11. Februar 70 Jahre alt wird, bereitwillig ein. So feuerte Reynolds prompt seinen Manager, als er sich das erste Mal in dem Streifen "Boogie Nights" auf der Leinwand sah und in der Rolle eines Pornofilm-Produzenten nicht gefiel. Erst, als begeisterte Kritiken, eine Oscar-Nominierung und eine Golden-Globe-Trophäe kamen, feierte auch Reynolds sein großes Comeback 1998 mit.

"Es gibt leider noch keine Preise in Hollywood für die größten Idioten", machte sich Reynolds einmal in der Larry-King-Talkshow über seine Fehler bei der Rollenwahl lustig. Einen James-Bond-Auftrag hatte er ausgeschlagen, Han Solo in "Star Wars" gefiel ihm nicht, ebenso wenig wie die Rollen in "Einer flog über das Kuckucksnest" und "Zeit der Zärtlichkeit". In den letzten beiden Streifen sprang Jack Nicholson ein und holte sich zwei Oscars.

Reynolds Karriere ist ein filmreifes Wechselbad. Als Sohn eines Polizisten wurde er im US-Bundesstaat Georgia geboren. Als eine Knieverletzung seine angehende Karriere als Profi-Footballer beendete, schwenkte er in Florida auf Schauspielerei um. Sein leicht exotisches Aussehen - seine Großmutter war eine Cherokee-Indianerin - brachte ihm zunächst kleine Rollen in TV-Western ein. Doch erst, als er sich hüllenlos zeigte - 1972 erschien er in der Zeitschrift "Cosmopolitan" als erster Mann, der nackt und ausklappbar zu bestaunen war -, wurde er plötzlich zu Hollywoods neuem Sexsymbol.

Auch in komischen Rollen erfolgreich

Das Harter-Kerl-Image festigte er im gleichen Jahr mit dem Action-Thriller "Beim Sterben ist jeder der Erste" über eine Wildwasserfahrt, die zum Höllentrip wird. Kurz darauf bewies er in der Woody-Allen-Satire "Was Sie schon immer über Sex wissen wollten" seinen Humor. Der Action-Streifen "Ein ausgekochtes Schlitzohr" machte Reynolds dann Mitte der 70er Jahre zum Multimillionär.

Doch dann ging es mit seiner Karriere langsam bergab. Film-Flops, eine längere Krankheit, hinter der die Boulevardpresse fälschlicherweise Aids vermutete, und schließlich die schlagzeilenträchtige Scheidung von der platinblonden Kollegin Loni Anderson setzten ihm zu. Nach einem bitteren Rechtsstreit um Alimente-Zahlungen für einen Adoptivsohn meldete Reynolds 1996 mit mehr als zehn Millionen Dollar Schulden Bankrott an.

Comeback dank "Boogie Nights"

Durch "Striptease" (1996), in dem sich Demi Moore auszog und Reynolds einen lüsternen Politiker mimte, wurden die Kritiker auf den totgesagten Schauspieler wieder aufmerksam. Und spätestens seit "Boogie Nights" (1997) ist er nicht mehr zu bremsen.

In "Ein Duke kommt selten allein" war er im vergangenen Jahr als Bösewicht Boss Hogg auf der Leinwand zu sehen. In der Adam-Sandler- Komödie "Spiel ohne Regeln" gab er als Coach das Kommando an. Für Regisseur Sönke Wortmann und Produzent Til Schweiger trat er in "Der Himmel von Hollywood" und "Auf Herz und Nieren" vor die Kamera. Mit Sylvester Stallone gab er in der Rennfahrer-Story "Driven" Gas. Manche Sachen müsse man einfach nur lang genug behalten, witzelte Reynolds in einem Interview über sein Comeback - "dann sind sie wieder gefragt, so wie ich".

Barbara Munker/DPA