Japanische Fluggesellschaft JAL steht vor der Pleite


Die in Turbulenzen geratene japanische Fluggesellschaft JAL steht vor der Pleite. Für Dienstag wird erwartet, dass JAL Insolvenz anmeldet.

Die Insolvenz der hoch verschuldeten Fluggesellschaft Japan Airlines (JAL) steht unmittelbar bevor: Die größte Airline Asiens wird erwartungsgemäß noch an diesem Dienstag Gläubigerschutz beantragen. Damit lässt die Regierung wohl erstmals ein großes Traditionsunternehmen außerhalb des Finanzsektors bankrott gehen. Vorgesehen ist, dass die einst stolze Fluggesellschaft nach dem Muster des US-Autoriesen General Motors mit Mitteln einer staatlichen Sanierungsgesellschaft radikal umstrukturiert wird.

Unter anderem sollen im Zuge der staatlich gelenkten Insolvenz rund 15 700 Arbeitsplätze abgebaut werden. Das ist ein Drittel der gesamten Belegschaft. Die staatliche Enterprise Turnaround Initiative Corp (Etic), die mit der Sanierung beauftragt ist, wollte noch am Dienstag einen Restrukturierungsplan für JAL vorlegen. Nur dank milliardenschweren Notkrediten des Staates kann sich die 1987 vollständig privatisierte Fluggesellschaft noch in der Luft halten. Der Staat will während der Sanierung den Flugbetrieb sicherstellen.

Der Vorstand der Airline wollte am Dienstagnachmittag (Ortszeit) zu einer Sondersitzung zusammentreten und anschließend vor dem Tokioter Bezirksgericht zusammen mit den beiden Tochterfirmen Japan Airlines International Co. und JAL Capital Co. Gläubigerschutz beantragen, wie japanische Medien berichteten. JAL-Präsident Haruka Nishimatsu werde voraussichtlich noch am selben Tag zurücktreten. Das Steuer übernimmt in Kürze der Gründer des japanischen Technologiekonzerns Kyocera, Kazuo Inamori. Der charismatische 77-jährige Manager und Mönch gilt als Idealbesetzung für die Aufgabe.

DPA/APN/Reuters DPA Reuters

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker