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Kaufangebot: Kerkorian bietet 4,5 Millarden für Chrysler

Der amerikanische Geschäftsmann Kirk Kerkorian bietet 4,5 Milliarden Dollar für den Autohersteller Chrysler. Der Milliardär will Daimler die defizitäre Tochter in bar abkaufen. Aber es gibt noch zwei weitere Interessenten für Chrysler.

Die Beteiligungsgesellschaft Tracinda des US-Milliardärs Kirk Kerkorian will den Autohersteller Chrysler für 4,5 Milliarden Dollar kaufen. Tracinda teilte mit, sie habe dem derzeitigen Eigentümer DaimlerChrysler in einem Brief die Summe in bar für die defizitäre US-Tochter geboten. Ein DaimlerChrysler-Sprecher lehnte eine Stellungnahme zu einer entsprechenden Zeitungsmeldung ab. Alle Optionen seien weiterhin offen, betonte er. Der Konzern hatte am Mittwoch jedoch erstmals Gespräche mit möglichen Käufern bestätigt.

Die Aktien des Unternehmens profitierten von der Ankündigung. An der New Yorker Börse notierten die Papiere mit 83,81 Dollar um 4,03 Prozent im Plus.

Kerkorian wolle Chrysler als eigenständige Einheit aufbauen, teilte Tracinda weiter mit. Zudem sollten die mächtige Gewerkschaft United Auto Workers (UAW) und das Chrysler-Management die Möglichkeit erhalten, sich an dem Kauf zu beteiligen. Die Investmentgesellschaft sei bereit, sofort mit der Buchprüfung zu beginnen. Allerdings sei eine Voraussetzung für die Offerte, dass Tracinda 60 Tage lang exklusiv Einblick in die Bücher erhalte. Zum Zeichen dafür, dass der Vorstoß erst gemeint ist, bot Tracinda an eine Anzahlung von 100 Millionen Dollar an. Das Gebot sei jedoch davon abhängig, dass DaimlerChrysler sich mit der UAW einige.

Als weitere Bieter für Chrysler kommen nach früheren Angaben von mit der Situation vertrauten Personen die Finanzinvestoren Blackstone und Cerberus sowie der kanadische Zulieferer Magna International in Frage.

Kerkorian war bereits vor der Fusion mit Daimler Chrysler-Aktionär und hatte später gegen den Zusammenschluss geklagt. Anlass für die Klage war eine Äußerung des früheren Konzernchefs Jürgen Schrempp, wonach von Anbeginn keine Fusion gleichgroßer Unternehmen, sondern die Übernahme Chryslers durch Daimler-Benz AG geplant gewesen sei. Kerkorian hatte mit der Klage aber keinen Erfolg.

Zuletzt hatte Kerkorian mit seiner Beteiligung beim angeschlagenen US-Autohersteller General Motors für Aufsehen gesorgt. Mit seinen Sanierungsplänen konnte er offenbar das Management nicht überzeugen. Bei Experten galt er dagegen als treibende Kraft hinter der Sanierung. Im Dezember trennte er sich daher von seinem Aktienpaket. Zeitweise war Kerkorian mit knapp zehn Prozent der zweitgrößte GM-Aktionär.

AP / AP