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Webseite vs. Wirklichkeit: So sehen Traumkleider aus Asia-Shops in der Realität aus

Löchrig, fleckig, unförmig: Die Verbraucherzentrale Brandenburg hat vermeintliche Klamottenschnäppchen in asiatischen Online-Shops bestellt - und haarsträubende Lieferungen erhalten.

Dieses Traumkleidchen von der Seite Edressit.com erwies sich als Reinfall: Im Brust- und Taillenbereich war es zu eng, die Nähte schienen nach außen durch. Außerdem fiel schon beim ersten Tragen das Häkchen zum Verschließen ab.

Dieses Traumkleidchen von der Seite Edressit.com erwies sich als Reinfall: Im Brust- und Taillenbereich war es zu eng, die Nähte schienen nach außen durch. Außerdem fiel schon beim ersten Tragen das Häkchen zum Verschließen ab.

Kleidung aus asiatischen Online-Shops hat in der Realität oft wenig mit dem zu tun, was auf der Webseite versprochen wird. Aufgrund zahlreicher Verbraucherbeschwerden hat das Marktwächterteam der Brandenburg verschiedene asiatische Webshops getestet, die deutschen Kunden vermeintliche Klamottenschnäppchen anbieten.

Insgesamt kauften die Tester 13 Kleidungsstücke zwischen fünf und 62 Euro ein. Das Ergebnis der Stichprobe war verheerend: "Beinahe jedes der bestellten Kleidungsstücke war deutlich kleiner oder enger als in der jeweiligen Beschreibung auf den angegeben. Zehn der 13 getesteten Kleidungsstücke wiesen zudem teils erhebliche Mängel in der Verarbeitung oder im Schnitt auf", sagt Verbraucherschützerin Kirsti Dautzenberg. Besonders dreist: In vier Fällen bestanden die gelieferten Teile aus ganz anderen Materialien als im Webshop versprochen, etwa aus 100 Prozent Polyester statt aus Baumwolle.

Probleme bei der Rückgabe

Zudem lässt sich die -Ware oft nicht so einfach zurückgeben, wie es das hiesige Rückgaberecht eigentlich vorsieht. Drei der neun Händler akzeptierten den Widerruf nicht. Viermal mussten die Tester explizit Auskunft über die Gründe des Widerrufs geben, zwei Anbieter boten statt der Erstattung des Geldes lediglich Gutscheine oder eine anteilige Auszahlung an.

Um eine Rücksendeadresse zu bekommen, mussten die Testkäufer bis zu sieben Mal per Mail Kontakt mit dem Händler aufnehmen. Die Rücksendekosten musste der Kunde in allen getesteten Shops selbst übernehmen. Gesendet werden sollte die Ware teils nach Polen, Belgien, Großbritannien oder China - die Kosten lagen bei bis zu 17,99 Euro je Stück.

Eine Umfrage der Verbraucherzentrale ergab, dass jeder zweite Internetnutzer schon Produkte gekauft hat, die aus China geliefert wurden. Jedem zweiten war bei der Bestellung allerdings nicht bewusst, dass er gerade Ware aus Asien erstanden hatte.


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