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Konjunktur: Der Osten bricht ein

Der Höhenflug der ostdeutschen Wirtschaft ist schon wieder vorbei: Die wuchs im Sommer um 0,4 Prozent, die im Westen um 0,7 Prozent. Damit enden vorerst die Hoffnungen, dass sich die Lücke zwischen neuen und alten Bundesländern bald schließen könnte.

Ostdeutschland fällt konjunkturell wieder hinter dem Westen zurück: Das Bruttoinlandsprodukt legte im Sommer real um 0,4 Prozent zum Vorquartal zu, wie das neueste Konjunkturbarometer des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) ergeben hat. In den alten Bundesländern wuchs die Wirtschaft hingegen in den Monaten Juli bis September um 0,7 Prozent.

Im ersten Halbjahr hatte der Osten noch die Nase vorn: Er erreichte gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Plus von 3,2 Prozent und damit 0,3 Prozentpunkte mehr als der Westen. Für das Schlussquartal rechnet das IWH für den Osten mit einer Stagnation gegenüber dem vorherigen Vierteljahr. Der Aufholprozess gegenüber dem Westen könnte somit weiter leiden: "Es ist noch unklar, ob im Jahresvergleich dann noch ein Vorsprung gegenüber dem Westen herausspringt", sagte IWH-Konjunkturchef Udo Ludwig zur Nachrichtenagentur Reuters.

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos hatte jüngst die Hoffnung auf schnelle Fortschritte im Aufholprozess des Ostens gedämpft. "Es wird in absehbarer Zeit nicht möglich sein, die Lücke zu schließen und zu gleichen Bedingungen zu kommen", sagte Glos.

Reuters / Reuters