HOME

Konjunktur: Intern sieht auch die Regierung schwarz

Offiziell geht die Bundesregierung für 2009 von 0,2 Prozent Wirtschaftswachstum aus. Intern ist sie offenbar deutlich pessimistischer. Einem Zeitungsbericht zufolge rechnet das Wirtschaftsministerium nach den jüngsten Negativ-Prognosen der Institute mit einem Konjunktureinbruch von bis zu drei Prozent.

Die Bundesregierung könnte einem Zeitungsbericht zufolge ihre Konjunkturprognose für das kommende Jahr drastisch senken. In internen Berechnungen gehe das Bundeswirtschaftsministerium davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt um drei Prozent oder mehr schrumpfen werde, meldete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" ("FAZ") am Montag. Dies wäre noch pessimistischer als die jüngsten Prognosen der Wirtschaftsinstitute. Die Regierung geht für 2009 offiziell bislang noch von 0,2 Prozent Wachstum aus.

In einem Vermerk werde zur Begründung für die neue Schätzung des Ministeriums auf Prognosen der Institute verwiesen, die bis zu drei Prozent Schrumpfung statt der bisher erwarteten zwei Prozent Minus vorhersagen könnten, hieß es in dem Bericht. "Aus heutiger Sicht sind solche noch ungünstigeren Prognosen nicht unrealistisch", zitierte die Zeitung aus dem Papier. Eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums sagte dazu, an der Regierungsprognose für das kommende Jahr werde derzeit gearbeitet. Minister Michael Glos werde sie am 28. Januar vorstellen.

Für das laufende vierte Quartal hält das Ministeriumspapier der "FAZ" zufolge einen BIP-Rückgang von 1,25 bis 1,75 Prozent für möglich. Wegen angekündigter Produktionseinschränkungen vieler Unternehmen sei zudem ein weiterer deutlicher Rückgang der gesamtwirtschaftlichen Aktivität im ersten Quartal 2009 sehr wahrscheinlich. "Dadurch wären Prognosen von weniger als minus drei Prozent rechnerisch kaum noch zu vermeiden, wenn man nicht im weiteren Jahresverlauf 2009 einen deutlichen Aufschwung in der Berechnung unterstellen würde", zitierte die Zeitung.

Vergangene Woche hatten mehrere Forschungsinstitute einen Konjunktureinbruch von historischem Ausmaß vorhergesagt. Das Ifo-Institut setzte sich mit einer Schätzung von 2,2 Prozent Minus an die Spitze der Skeptiker, das Essener RWI sagte zwei Prozent Schrumpfung voraus. Ein Glos-Sprecher hatte dagegen erklärt, im Moment gebe es keine Pläne, die Regierungsprognose zu ändern.

DPA/Reuters / DPA / Reuters