Konjunktur Wirtschaftsforscher zeichnen düsteres Bild


Minus sechs Prozent: Die führenden Wirtschaftsforscher erwarten in ihrem Frühjahrsgutachten einen deutlich stärkeren Konjunktureinbruch als bisher angenommen. Und der Internationale Währungsfonds erwartet auch für 2010 ein Rezessionsjahr.

Die Prognose der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute für dieses Jahr fällt offenbar noch düsterer aus als befürchtet: Spitzenforscher erwarten, dass die deutsche Wirtschaft um 6 Prozent schrumpft. Für 2010 rechnen die Institute dagegen nur noch mit einem leichten Minus von 0,5 Prozent. Nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds erreicht Deutschland in diesem Jahr ein Minus von 5,6 Prozent und nächstes Jahr von einem Prozent.

Das Frühjahrsgutachten der acht großen Wirtschaftsforschungsinstitute wird am Donnerstag der Öffentlichkeit vorgestellt. Laut "Süddeutscher Zeitung" rechnen die Forscher auch mit einem Verlust von mehr als einer Million Arbeitsplätzen in diesem Jahr. Die Arbeitslosigkeit werde im Herbst die Vier-Millionen-Marke überschreiten.

Im Durchschnitt rechnen die Institute mit 3,7 Millionen Arbeitslosen in diesem Jahr und knapp 4,7 Millionen 2010. Für die öffentlichen Haushalte erwarten die Forscher 2009 ein Defizit von 3,7 Prozent des prognostizierten Bruttoinlandsprodukts und im nächsten Jahr einen Fehlbetrag von 5,5 Prozent.

Unter dem Eindruck der düsteren Konjunkturprognosen beraten Spitzenvertreter aus Politik und Wirtschaft am Mittwoch über das weitere Vorgehen in der Krise. Bundeskanzlerin Angela Merkel, Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier und die Minister für Finanzen und Wirtschaft kamen im Kanzleramt mit Vertretern von Schlüsselbranchen, der Wissenschaft, von Gewerkschaften und Verbänden zusammen. Dabei stand auch eine Bewertung der Konjunkturprogramme der Bundesregierung an.

BASF-Chef: Das Schlimmste kommt noch

Nach Einschätzung des BASF-Vorstandschefs Jürgen Hambrecht hat die Wirtschaftskrise ihren Höhepunkt noch nicht erreicht. "Ich gehe davon aus, dass die schlimmsten Zeiten noch vor uns liegen", sagte der Chef des weltgrößten Chemiekonzerns in einem Gespräch mit dem "manager magazin". Er rechne vor Mitte oder Ende 2010 nicht mit einer durchgreifenden Verbesserung der Konjunktur.

Reuters/DPA DPA Reuters

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