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Konjunkturprognose: OECD erwartet 700.000 Arbeitslose mehr

Düstere Prognose der OECD: Die deutsche Konjunktur wird wegen ihrer Exportabhängigkeit von der weltweiten Wirschaftskrise besonders arg gebeutelt und rutscht in eine tiefe Rezession. Bis Ende 2010 rechnet die Organisation der Industrieländer mit 700.000 zusätzlichen Arbeitslosen - weit mehr als deutsche Experten vorhersagen.

Die wirtschaftliche Talfahrt in Deutschland hält nach Einschätzung der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) bis weit ins nächste Jahr an. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde nächstes Jahr real um 0,9 Prozent schrumpfen, teilte die OECD am Dienstag mit. "Es wird damit gerechnet, dass das reale BIP im verbleibenden Teil von 2008 stark nachgeben und im ersten Halbjahr 2009 weiter zurückgehen wird", heißt es in dem Bericht der Organisation von 30 Industrieländern. Wegen seiner Exportabhängigkeit treffe Deutschland der weltweite Konjunktureinbruch besonders hart. Die OECD-Forscher haben bei ihrem Ausblick allerdings das Konjunkturpaket der Bundesregierung noch nicht berücksichtigt.

"Die Arbeitslosigkeit dürfte gegenüber ihrem derzeit niedrigen Stand erheblich ansteigen, wobei erste Entlassungen hauptsächlich Zeitarbeitskräfte treffen werden", sagt die OECD voraus. Die Organisation prognostiziert für 2009 einen Anstieg der Arbeitslosenquote - nach internationaler Definition - von geschätzten 7,4 auf über 8 Prozent. Bis Ende 2010 werde die Quote sogar über 9 Prozent klettern. In absoluten Zahlen wären dies 700.000 Arbeitslose mehr als derzeit. Die Bundesagentur für Arbeit ist nicht so pessimistisch und erwartet für 2009 etwa 130.000 zusätzliche Arbeitslose.

Trotz der düsteren Arbeitsmarktprognosen erwartet die OECD, dass der private Konsum voraussichtlich moderat zulegen wird. Grund: Die meisten der höheren Lohnabschlüsse von 2008 würden bis weit in das nächste Jahr hineinwirken. Aufgrund des nachlassenden Preisdrucks hätten die Verbraucher zudem real mehr Geld in der Tasche. Die OECD geht davon aus, dass wegen der nachlassenden Nahrungs- und Energiepreise die Inflation spürbar auf Jahresraten von unter 1,5 Prozent sinken werde.

Ab dem zweiten Halbjahr 2009 werde sich die Wirtschaft etwas erholen. Für 2010 rechnet die Organisation mit der Rückkehr zum Wachstumspfad, wobei ein Plus beim Bruttoinlandsprodukt von 1,3 Prozent veranschlagt wird.

Reuters/DPA / DPA / Reuters