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KONSUMGÜTER: Procter & Gamble greift nach Beiersdorf

Der US-Konsumgüterhersteller Procter & Gamble (P & G) will einem Zeitungsbericht zufolge ein Gebot für seinen deutschen Konkurrenten Beiersdorf abgeben.

Bereits in den kommenden Tagen will angeblich der amerikanische Konzern dem Münchener Versicherungsriesen Allianz ein Angebot zur Übernahme von dessen Beiersdorf-Anteil in Höhe von 43,6 Prozent unterbreiten, berichtete die »Financial Times Deutschland« (FTD) unter Berufung auf Branchenkreise in ihrer Montagausgabe. Ein Allianzsprecher wollte dies nicht kommentieren, wie es hieß. Bei P & G war keine Stellungnahme erhältlich gewesen.

Allianz will sich von ihrem Paket trennen

Das Aktienpaket der Allianz an der Hamburger Beiersdorf AG ist an der Börse derzeit gut 3,1 Milliarden Euro wert. Der Versicherungskonzern erklärte grundsätzlich seine Bereitschaft, sich von diesem Anteil am Hersteller der Marken wie Nivea, Tesa oder Labello zu trennen. Beiersdorf-Vorstandschef Rolf Kunisch hat zuletzt wiederholt deutlich gemacht, dass er für jeden Großaktionär offen sei, wenn dieser dem Unternehmen eine Fortsetzung des Erfolgskurses ermöglicht.

Auch Tschibo will einen größeren Anteil

Damit würde in die seit Monaten anhaltenden Spekulationen um die Zukunft von Beiersdorf Bewegung kommen. Auch dem französischen Branchenführer bei Kosmetikartikeln, L?Oreal, war ein Interesse nachgesagt worden. Zudem hat der zweite Beiersdorf-Großaktionär, der Hamburger Kaffeespezialist Tschibo, bereits bekundet, seinen Anteil an Beiersdorf von derzeit 30 Prozent aufstocken zu wollen. Die Tschibo-Holding strebt bis Jahresende eine Einigung diesbezüglich mit der Allianz-Führung über deren Paket an, hatte Tschibo-Chef Reinhard Pöllath jüngst gesagt. Knackpunkt bei den laufenden Gesprächen waren bislang möglicherweise vor allem die Preisvorstellungen der Münchener, hieß es in Branchenkreisen.

Kommt nun Gegenofferte?

Tschibo bastelt auch schon an einem Gegenangebot zur bevorstehenden Offerte von P & G, schrieb die FTD weiter. Noch in dieser Woche will sich Pöllath deshalb mit Michael Herz, dem mächtigsten Vertreter der Tschibo-Eigentümerfamilie, treffen. Auch aus dem Hause Tschibo war zunächst keine Stellungnahme erhältlich.