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Lebensretter: Diese beiden Teenager riskierten ihr Leben – um das einer Frau zu retten

Mohammad und Oday sind zwei ganz normale Teenager. Sie mögen Sport und treffen sich mit Freunden. An einem Sommertag werden sie unter dramatischen Umständen zu Helden – und wurden dafür nun ausgezeichnet.

Die beiden Preisträger Mohammad Albahrawi (2. v.l.) und Oday Ebrahim (M.) mit ihrer Laudatorin laura Dekker (2. v.r.)

Die beiden Preisträger Mohammad Albahrawi (2. v.l.) und Oday Ebrahim (M.) mit ihrer Laudatorin laura Dekker (2. v.r.)

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Das Foyer bei der Beiersdorf AG in Hamburg ist voll an diesem Abend. Menschen in Abendgarderobe stehen beisammen und unterhalten sich. Sie alle sind gekommen, um an der Preisverleihung für den Preis für Lebensretter von Nivea und der DLRG teilzunehmen. Etwas abseits vom Trubel und dem Stimmenwirrwar der Menschen sitzen Mohammad und Oday gemeinsam mit ihrer Familie an einem Tisch. Sie unterhalten sich und bekommen Unterstützung von den Vätern.

Die beiden, 15 und 16 Jahre alt, wirken leicht angespannt und nervös, denn sie werden den Preis in der Kategorie "Soforthilfe" überreicht bekommen – für eine Tat, von der sie sagen, dass sie sie wieder machen würden.

Es ist ein Sommertag im Juni dieses Jahres. Gemeinsam mit Freunden verbringen sie Zeit an der Elbe. Doch die lockere Stimmung wird plötzlich durch einen Hilferuf unterbrochen. Eine Frau kämpft im Fluss gegen die Strömung. "Wir haben gefragt, ob sie Hilfe braucht. Als sie ja gesagt hat, sind wir reingesprungen", erzählt Oday dem stern. Und Mohammad ergänzt: "Wir haben nicht groß nachgedacht. Wir sind sofort gesprungen."

Menschen in Not helfen? Für die beiden selbstverständlich

Sie ziehen die Frau gemeinsam aus dem Wasser – und retten ihr somit das Leben. Sie seien ohne Angst in die Elbe gesprungen, erzählen sie. "Da war auch keine Zeit. Sonst wäre sie ertrunken, also mussten wir springen", sagt Oday und fügt hinzu, dass die beiden so eine Heldentat "wieder und wieder", tun würden. Und Mohammad sagt: "Wer ein Gewissen hat, hilft. Wer keins hat, hilft nicht." Für beide sei es selbstverständlich zu helfen, ganz besonders für Oday, der erzählt, dass er als Kind selbst fast ertrunken sei. "Ich kenne das Gefühl, wenn man Hilfe braucht."

Ein paar Monate später und einige Kilometer die Elbe aufwärts sind sie in Hamburg. Beide sind das erste Mal in der Hansestadt, eine schöne Stadt, wie sie erzählen. Ein paar Stunden vor der großen Preisverleihung sind die beiden bei einem Pressetermin. Hier soll ein neues Boot für die DLRG getauft werden, auf den Namen "Nivea 144", nach seinem Stifter. Hier werden sie von Reportern befragt, stehen vor Fernsehkameras, geben Interviews. Doch auch wenn beide sagen, dass sie sehr stolz seien, so zeigen sie es nicht nach außen, geben sich eher bescheiden.

Bootstaufe mit Preisträgern und Laudatoren

Bootstaufe mit Preisträgern und Laudatoren. Den Preis gab es vorab schon zum Fototermin 

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Beide haben erst in Deutschland Schwimmen gelernt

Die beiden Jugendlichen leben noch nicht sehr lange in Deutschland. Mohammad seit mehr als zwei Jahren, Oday seit mehr als drei. Beide kommen aus Syrien, Mohammad hat auch noch palästinensische Wurzeln. Beide leben in Magdeburg, gehen dort gemeinsam zur Schule. In Deutschland haben sie auch erst Schwimmen gelernt, in Syrien sei dies nicht möglich gewesen. Doch auch, wenn sie erst spät Schwimmen gelernt haben, fehlt es ihnen nicht an Sportlichkeit. Oday macht Karate und Mohammad macht Taekwondo, hat sogar den schwarzen Gürtel. Gelernt hat er das von seinem Vater, der die Kampfsportart in ihrer Heimat trainiert hat.

An ihrem großen Abend sitzen die beiden Teenager gemeinsam mit ihren Familien in den ersten Reihen, verfolgen gespannt, aber auch leicht angespannt die Preisverleihung. Sie applaudieren für den DLRG-Retter Karsten Kirchgässler, der zwei kleine Mädchen aus einem See nahe Lüneburg vor dem Ertrinken gerettet hat und für die Schwimmlehrerin Sabine Hessen, die seit 37 Jahren Kindern das Schwimmen beibringt.

Laudatorin Laura Dekker begeistert von den beiden Jungs

Und dann kommt ihre Kategorie, die vierte und letzte an diesem Abend. Die Laudatorin ist Laura Dekker. Die heute 24-Jährige hat 2010 als Teenagerin die Welt alleine umsegelt und damit in vielen Ländern Schlagzeilen gemacht. Sie beginnt mit einer kleinen Anekdote und bezeichnet Oday und Mohammad als Superhelden. In der Schule hatten die beiden Jungen nämlich zwei Superhelden-T-Shirts nach ihrer Heldentat geschenkt bekommen – einmal Superman und einmal Batman.

Durch ihre Zeit als junge Weltumseglerin könne sie sich gut in die beiden hineinversetzen, erzählt Dekker dem stern. Einfach so in die Strömung zu springen und dann auch noch jemanden zu retten, das sei nicht einfach: "Ich finde es toll, dass sie gesehen haben, dass jemand Hilfe braucht und einfach reingesprungen sind und geholfen haben. Viele denken, dass man zuerst jemanden anrufen muss oder fragen sich, ob man das wirklich machen sollte. Ich denke schon, dass es mit dem Alter zusammenhängt. Wenn man jung ist, dann macht man das einfach. Ich kenne das von mir selber ganz gut, weil ich auch in diesem Alter war, als ich um die Welt gesegelt bin."

Die Preisträger sind stolz - genauso wie der Papa

Dass sie den beiden den Preis überreichen und für sie die Laudatio halten darf, ist für sie etwas Besonderes: "Ich finde es toll. Ich finde es toll zu unterstützen, dass Menschen anderen Menschen helfen. Das ist etwas Schönes, wovon die Welt mehr von brauchen kann."

Unter großem Applaus und Standing-Ovations werden Oday und Mohammad auf die Bühne gebeten, wo man ihnen den Preis und eine Urkunde überreicht. Stolz halten sie die Trophäe und lächeln in die klatschende Menge. Ein überwältigender Moment. Als Laura Oday eine Frage stellt, findet er keine Worte.

Beide bekommen ein Preisgeld von jeweils 1.500 Euro. "Was wollt ihr mit dem Geld machen?", fragt die Profi-Seglerin. Mohammad will sich ein Fahrrad kaufen und einen Laptop, auch um weiter Deutsch zu lernen. Oday sagt, er wolle für seine Familie Geschenke kaufen.

Stolz zeigen Mohammad (2. v.l.) und Oday (2. v.r.) mit Laudatoren und anderen Preisträgern ihren Preis

Stolz zeigen Mohammad (2. v.l.) und Oday (2. v.r.) mit Laudatoren und anderen Preisträgern ihren Preis

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Nachdem alle Preise vergeben wurden, stehen die beiden auf der Bühne, werden fotografiert und geben Interviews. Mohammad erzählt uns, dass er stolz sei, den Preis bekommen zu haben: "Es ist eine große Freude für mich." Und Oday: "Ich freue mich, dass ich hier bin und den Preis gewonnen habe. Das gefällt mir sehr." Sein Vater ergänzt: "Ich bin ganz stolz, dass die beiden eine solche Tat gemacht haben."

Wie es der geretteten Frau heute gehe, wissen die beiden nicht. Sie hätten nichts mehr von ihr gehört, nachdem sie gegangen sei, erzählen die beiden ihrer Laudatorin auf der Bühne. Vielleicht hilft die Veranstaltung ja, auch hier noch einmal Kontakt herzustellen.

rw
Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.