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Korruptionsaffäre: Siemens in Griechenland angeklagt

In der Siemens-Schmiergeldaffäre ist in Griechenland Klage erhoben worden. Der Vorwurf gegen den deutschen Konzern: Bestechung und Geldwäsche. Unterdessen verteidigte Siemens-Chef Peter Löscher den Abbau von rund 17.000 Jobs.

Die Staatsanwaltschaft Athen hat wegen Korruptionsvorwürfen gegen Siemens Anklage erhoben. Dem deutschen Konzern werden in Griechenland Bestechung und Geldwäsche im Zusammenhang mit der Bereitstellung von Sicherheitssystemen für die Olympischen Spiele 2004 und auch wegen Geschäften mit der griechischen Telefongesellschaft OTE vorgeworfen, wie griechische Medien berichten. Klage sei gegen "jeden Verantwortlichen" in dieser Affäre erhoben worden, ohne dass bislang konkret einzelne Personen ausgemacht werden konnten.

Die griechische Justiz ermittelt in dem Fall bereits seit rund zwei Jahren. Bislang hat die Staatsanwaltschaft in dem Fall rund 100 Zeugen befragt, darunter ehemalige Siemens- und OTE-Mitarbeiter. Siemens soll in den 90er Jahren zahlreiche Manager und Mitarbeiter von OTE bestochen haben, um bei einem Auftrag in Milliardenhöhe für den Ausbau und die Modernisierung des Telefonnetzes in Griechenland zum Zuge zu kommen und überhöhte Preise zu verlangen. Medienberichten zufolge erwägt OTE auf Schadenersatz zu klagen.

In Deutschland verteidigte Siemens-Vorstand Peter Löscher unterdessen die geplanten Stellenstreichungen und nannte den drohenden wirtschaftlichen Abschwung als Grund. Löscher kündigte an, erst am 8. Juli Einzelheiten zum Stellenabbau bekannt zu geben. Der Siemens-Chef hatte in einem Interview indirekt Berichte bestätigt, wonach im Konzern insgesamt gut 17.000 Arbeitsplätze wegfallen sollen, davon 6.400 in Deutschland.

DPA/AP/Reuters / AP / DPA / Reuters