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Krämer und Christ: Die guten Reeder von Hamburg

Geld allein macht nicht glücklich, selbst wenn man so viel davon hat wie der Reeder Peter Krämer und der Banker Harald Christ. Die beiden haben in Hamburg jetzt eine Firma gegründet, mit der sie noch mehr Geld verdienen, aber vor allem Gutes tun wollen.

Von Hans-Hermann Klare

Peter Krämer, 56, ein Mann der seine Schiffseigner-Kollegen gelegentlich mit Forderungen nach höheren Steuern verschreckt, und Harald Christ, der sich mit 35 gerade um ein paar Dutzend Millionen reicher von der nach ihm selbst benannten Investment-Firma HCI getrennt hat, wollen in den nächsten Jahren als Reederei "Krämer und Christ GmBH & Co KG" bis zu sechs Frachtschiffe vom Stapel laufen lassen, die ersten beiden zu jeweils 65 Millionen Dollar im November 2009. Und von dem Geld, das sie damit verdienen, verpflichten sich die beiden, Zeit ihres Lebens ein Viertel für gemeinnützige Zwecke abzuzweigen.

Die beiden Unternehmer sind die ersten, die in Deutschland so etwas tun. Und sie bilden dabei ein höchst ungleiches Paar. Auf der einen Seite der Sohn einer reichen Hamburger Familie, der das Vermögen seines Clans zu mehren versucht. Krämer engagiert sich seit Jahren politisch und sozial. Er hat mit eigenem Geld die Aktion "Schulen für Afrika" ins Leben gerufen, um in enger Zusammenarbeit mit dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Unicef) 5000 Schulen im südlichen Afrika zu bauen.

Millionär statt Gärtner

Auf der anderen Seite der junge Arbeitersohn aus der Nähe von Worms, dessen Vater bei Opel am Fließband stand, während die Mutter als Hausfrau gelegentlich dazu verdiente. Statt Gärtner zu werden, entschied Harald Christ sich doch noch, das Fachabitur nachzuholen und stieg binnen weniger Jahre vom Mitarbeiter des BHW in Stuttgart zum Chef des Privat Banking der Deutschen Bank und schließlich zu einem der erfolgreichsten deutschen Geldeinsammler für Schiffsbeteiligungen und Immobilien auf.

"Wir glauben dass die Starken eine besondere Verantwortung haben, sich für die weniger Starken zu engagieren", sagt Christ. "Ohne die Schulen, die es bei uns gibt, ohne die Sicherheit, in der ich aufwachsen durfte, ohne die Aufbauleistungen der Generation meiner Eltern nach dem Kriege wäre ich nicht dort, wo ich heute bin. Daraus entsteht mein Bedürfnis, etwas zu tun."

Und Peter Krämer ergänzt: "Wir wollen ein Beispiel für andere geben, dass man als Unternehmer erfolgreich sein und gleichzeitig etwas für das Gemeinwohl tun kann." Das hat Krämer in den vergangenen Jahren immer wieder bewiesen: Mit einer Million Euro eigenem Geld hat er "Schulen für Afrika" ins Leben gerufen. Das Hilfswerk hat inzwischen 30 Millionen Euro in Angola, Südafrika und Mosambik investiert. "Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass der beste Weg Afrika zu helfen, darin besteht, etwas für die Bildung zu tun. Dies ist ein ganz wichtiger Schritt auf dem Weg, die Menschen in den armen Ländern aus ihrer Abhängigkeit von Spenden und damit von uns im reichen Norden herauszuführen, so dass sie ihr Schicksal irgendwann in die eigenen Hände nehmen können."