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Krankenhäuser: Nur die Stärksten kommen durch

Weil zahlreiche Kommunen und Länder so knapp bei Kasse sind, kämpfen Hunderte Kliniken ums Überleben. In den nächsten Jahren werden landauf, landab Krankenhäuser verkauft, fusioniert oder geschlossen - zum Nachteil der Patienten.

Nach einer Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts RWI dürfte es in fünf Jahren bundesweit nur noch 1900 Kliniken geben - das sind rund 300 weniger als heute. Deutlich mehr als bisher werden in der Hand privater Betreiber sein. "Der Konzentrationsprozess wird sich eindeutig fortsetzen", sagt Andreas Priefler von der Deutschen Krankenhausgesellschaft. Für die Patienten bedeutet der Wandel der Krankenhaus-Landschaft vor allem weitere Wege und höhere Kosten. Kaum ein Krankenhaus wird noch wie früher eine Rundum-Versorgung von der Geburtshilfe bis zur Krebstherapie anbieten können.

Klinik-Ketten auf Einkaufs-Tour

Gedrückt von hohen Schulden haben zahlreiche Kommunen ihre Kliniken in den vergangenen Jahren an private Betreiber wie Sana, Rhön, Helios, Asklepios oder Schön-Kliniken verkauft. Bislang sind nach Angaben von Priefler rund 22 Prozent der Krankenhäuser in privater Hand. Doch die Einkaufstour der Klinik-Ketten ist noch nicht zu Ende. Bis 2010 wird der Anteil der privaten Betreiber nach Ansicht von Priefler auf 30 bis 40 Prozent steigen. In den meisten dieser Kliniken werden aber auch Kassenpatienten behandelt.

Dem gestiegenen Kostendruck durch das neue Abrechnungssystem nach Fallpauschalen (DRG) sind die privat betriebenen Kliniken besser gewachsen. "Auffällig ist, dass alle betrachteten Konzerne effizienter als öffentliche Träger wirtschaften", heißt es in einer Studie der Unternehmensberatung PLS Ramböll. Ein Grund dafür sind geringere Personalkosten. Die Betreiber sind nicht an das starre Tarifsystem nach BAT gebunden, sondern schließen eigene Haustarifverträge ab. Während die Ärzte dann - oft mit Ausnahme des Chefarztes - in vielen Fällen mehr verdienen als vorher, muss das übrige Personal mit weniger Lohn rechnen.

Angst vor "amerikanischen Verhältnissen"

In der Bevölkerung sorgt die Privatisierung einer Klinik fast immer für massiven Protest. Ärzte, Pfleger und Krankenschwestern fürchten durch den Eigentümerwechsel härtere Arbeitsbedingungen oder gar die Kündigung, die Bürger haben Angst vor einer schlechteren Versorgung und höheren Kosten. "Die Patienten kommen dadurch vom Regen in die Traufe", sagt Christian Zimmermann, Präsident des Allgemeinen Patienten-Verbandes. Er fürchtet langfristig amerikanische Verhältnisse in den deutschen Krankenhäusern. "Dann wird für die Krankenhäuser bei der Behandlung eines Patienten nicht mehr die Krankheit, sondern der Geldbeutel entscheidend sein."

Auch die Gewerkschaft ver.di sieht die Privatisierung der Kliniken nicht als Lösung der Probleme an. Der Verkauf eines Krankenhauses oder die Umwandlung der Rechtsform biete keinerlei Garantie für den angestrebten wirtschaftlichen Erfolg, kritisiert Dirk Völpel-Haus, Bundesfachgruppenleiter Krankenhäuser in der ver.di-Bundesverwaltung. "Durch die Privatisierung von kommunalen Krankenhäusern werden die bestehenden Probleme lediglich verkauft, aber in den wenigsten Fällen gelöst." Um das Überleben einer Klinik zu sichern, sollten aus seiner Sicht Arbeitsteilung, Organisation, Personalentwicklung und Qualifizierung verbessert werden. "Und dieser Prozess ist auch in Krankenhäusern in öffentlicher Trägerschaft zu leisten."

Grundversorgung wird bleiben

Langfristig wird es nach Einschätzung von Experten auf ein Nebeneinander von privaten und öffentlichen Klinikbetreibern hinauslaufen. "Es wird nicht dazu kommen, dass die privaten Betreiber alle Krankenhäuser aufkaufen und dann eine marktbeherrschende Stellung haben", sagt Priefler. Das wird schon deshalb nicht passieren, weil die Anbieter Kliniken ohne günstige wirtschaftliche Perspektive gar nicht haben wollen: Die Krankenhäuser sollen schließlich Geld abwerfen. Damit die Grundversorgung bestehen bleibt, dürfen die Kommunen aber auch nicht alle unverkäuflichen Krankenhäuser dicht machen. Denn trotz der Neuordnung der Krankenhauslandschaft soll sicher gestellt sein, dass jeder Bürger in einer angemessenen Entfernung ein Krankenhaus erreichen kann - und zwar eins, in dem er auch als Kassenpatient behandelt wird.

Daniela Wiegmann/DPA / DPA
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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(