Gutachten Bye, bye Aufschwung


Die sechs führenden Wirtschaftsforschungsinstitute legen ihr neues Gutachten vor. Für das laufende Jahr halten sie nur noch einen Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts zwischen 1,4 und 1,5 Prozent für realistisch.

Die sechs führenden Wirtschaftsforschungsinstitute legen ihr neues Gutachten vor. Wie bereits bekannt geworden war, werden die Wissenschaftler ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum voraussichtlich nach unten korrigieren. Für das laufende Jahr halten sie nur noch einen Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zwischen 1,4 und 1,5 Prozent für realistisch. Im Herbst hatten sie noch ein Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent vorhergesagt. Für das nächste Jahr erwarten die Institute eine Zunahme des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von ebenfalls unter 2 Prozent.

Sparpolitik sei verfehlt

Nach Überzeugung von Peter Bofinger, Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, wird Deutschland nur mit einer nachhaltigen Stärkung der Binnennachfrage in den nächsten Jahren ein Wachstum von 1,5 bis 2,0 Prozent erreichen. Bofinger sagte den "Nürnberger Nachrichten", eine zentrale Rolle komme dabei dem Staat zu, der mit einer Verstetigung der öffentlichen Etats und einem jährlichen Ausgabenzuwachs von ein bis zwei Prozent die Binnennachfrage stabilisieren sollte - auch auf Kosten einer vorübergehend höheren Verschuldung. Die Sparpolitik der öffentlichen Hand halte er für den falschen Weg.

Erneute Verletzung des Stabilitätspaktes

Einem Bericht der "Financial Times Deutschland" zufolge erwarten die Wirtschaftsforschungsinstitute zudem, dass Deutschland mit seinem Haushaltsdefizit auch im kommenden Jahr über der im EU- Vertrag festgelegten Grenze von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) liegt. Demnach sagen die Institute in ihrem Frühjahrsgutachten für 2005 einen Fehlbetrag von 3,5 Prozent des BIP voraus. Zudem werde erwartet, dass die Zahl der Arbeitslosen in diesem Jahr erstmals seit 2001 wieder sinken wird, schreibt die Zeitung weiter. Sie gehe von 4,376 Millionen 2003 auf 4,332 Millionen 2004 zurück. Im kommenden Jahr soll sie weiter auf 4,276 Millionen sinken.


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