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Kreditwürdigkeit schwindet: Weitere Ratingagentur stuft Griechenland runter

Allen Sparbeteuerungen der Athener Regierung zum Trotz: Auch Moody's, die dritte große Ratingagentur, hat die Kreditwürdigkeit Griechenlands gesenkt. Der Euro geriet daraufhin unter Druck.

Als dritte große Ratingagentur hat Moody's die Kreditwürdigkeit Griechenlands herabgestuft. Grund ist die anhaltend hohe Staatsverschuldung. Zuvor hatten schon Fitch und Standard & Poor's die Bonität Griechenlands niedriger angesetzt und damit das Vertrauen in die Fähigkeit der Industriestaaten erschüttert, ihre in der Finanz- und Wirtschaftskrise angehäuften Schulden wieder abzubauen.

Die sozialistische Regierung in Athen konnte auch Moody's nicht überzeugen, dass sie bereit ist, entschlossen die öffentlichen Ausgaben zu kürzen. Moody's stufte die griechischen Staatsanleihen von A1 auf A2 herab. Dadurch verteuern sich neue Darlehen für die Regierung. Zudem bewertete Moody's den Ausblick für die weitere Entwicklung der finanziellen Lage des Landes als negativ. Der Euro gab daraufhin am Devisenmarkt seine früheren Gewinne ab.

Die griechische Neuverschuldung liegt im laufenden Jahr bei über 12,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Insgesamt steht Griechenland mit 300 Milliarden Euro in der Kreide. 2010 soll das Staatsdefizit etwa 120 Prozent des BIP entsprechen. Beide Werte sind weit über den im EU-Stabilitätspakt vorgesehenen Obergrenzen, sie belaufen sich auf 3 beziehungsweise 60 Prozent.

APD/Reuters / Reuters