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KRIMINALITÄT: FlowTex-Manager größenwahnsinnig?

Staatsanwaltschaft prüft angeblich den früheren Geschäftsführer Manfred Schmider auf krankhaften Größenwahn untersuchen zu lassen.

Die Staatsanwaltschaft Mannheim lässt nach »Spiegel«-Informationen von Gutachtern prüfen, ob der mutmaßliche Milliardenbetrüger und frühere FlowTex-Geschäftsführer Manfred Schmider an krankhaftem Größenwahn leidet. Wie das Hamburger Magazin am Samstag berichtete, soll damit eine mögliche Schuldunfähigkeit geklärt werden. Symptome solcher affektiven Psychosen sind beispielsweise, dass der Kranke Unmengen Geld ausgibt, das er gar nicht besitzt, ohne sich dabei zu tarnen und dies zudem für normal hält.

Spinnt er nun oder nicht?

Allerdings wiesen Ermittlerkreise darauf hin, dass Schmider sehr wohl versucht hat, seine Taten zu vertuschen und sogar seinen Steuerbescheid fälschte. Das Gutachten wurde daher als »sehr ungewöhnlich« bewertet. Auch der Vorsitzende Richter hatte zuvor angeordnet, Schmider psychologisch zu untersuchen.

Die Staatsanwaltschaft Mannheim hatte im April gegen die ehemaligen Gesellschafter des Bohrmaschinenherstellers, Manfred Schmider und Klaus Kleiser, Anklage erhoben. Beide sitzen in Untersuchungshaft. Schmider und Kleiser sowie einer früheren Gesellschafterin und dem ehemaligen Finanzdirektor werden bandenmäßiger und gemeinschaftlicher Betrug im besonders schweren Fall zur Last gelegt.

Prozessbeginn erst im September

Der Schaden im dem bisher wohl größten deutschen Wirtschaftsstrafverfahren wurde mit 4,13 Milliarden Mark (2,11 Milliarden Euro) angegeben. Die Anklage legt Schmider und Kleiser Scheingeschäfte mit nicht existierenden Bohrmaschinen zur Last. Der Prozess gegen die Angeklagten vor dem Mannheimer Landgericht soll voraussichtlich Ende September beginnen.