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Krise bei Airbus: 8000 Jobs in Deutschland gefährdet

Der Betriebsrat von Airbus befürchtet, dass bei dem Flugzeughersteller in Deutschland 8000 Jobs gefährdet sind. Heute will die Gewerkschaft an den deutschen Standorten gegen das Sparprogramm des Konzerns protestieren.

Beim europäischen Flugzeughersteller Airbus sind nach Einschätzung des Betriebsrates in Deutschland zwischen 5000 und 8000 Stellen in Gefahr. Hintergrund sei das von der EADS-Tochter Airbus angekündigte Einsparprogramm "Power 8" sowie Überlegungen, die Fertigung des A350 neu zu organisieren, sagte der Betriebsratschef des Airbus-Standortes Hamburg, Horst Niehus in der Hansestadt.

Um für die Sicherung der sechs deutschen Standorte zu kämpfen, hat die IG Metall für Freitag die Belegschaften der Airbus-Standorte zu einem Aktionstag aufgerufen. Gewerkschaft und Betriebsrat erwarten rund 10.000 Beschäftigte zu Kundgebungen in Hamburg, Varel, Bremen und Laupheim. In Deutschland hat Airbus nach Angaben der Arbeitnehmervertretung rund 23.000 Mitarbeiter.

Airbus will bis 2010 insgesamt fünf Milliarden Euro einsparen, ab 2010 sollen es dann jährlich zwei Milliarden Euro sein. Details des Einsparprogramms sind bislang nicht bekannt geworden. Airbus-Chef Louis Gallois, der zugleich Co-Chef beim Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS ist, will am 20. Februar Einzelheiten vorstellen. Gallois zufolge sollen die Kosten gesenkt, die Strukturen schlanker und die Zusagen an die Kunden verlässlicher werden. Die Zeitung "Handelsblatt" hatte unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet, die Werke in Varel und Nordenham in Niedersachsen stünden zur Disposition.

Airbus steckt seit Monaten in der Krise. Dem Mutterkonzern EADS hat Airbus die Bilanz für 2006 verhagelt: Wegen Lieferverzögerungen des Großraumflugzeugs A380 wird EADS das vergangene Geschäftsjahr voraussichtlich mit einem Verlust abschließen. Einzelheiten will der Konzern Anfang März bekannt geben. Airbus hat Standorte in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien.

Reuters / Reuters