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"Naked Onions": Shitstorm in Großbritannien: Lidl verkauft geschälte Zwiebeln - in Plastik eingewickelt

Zwiebeln zu schälen gehört bestimmt nicht zu den aufregendsten Seiten des Kochens. Das will Lidl seinen Kunden nicht zumuten und verkauft "Nackte Zwiebeln" - in Plastik verpackt. Auf Twitter ließ der Shitstorm nicht lange auf sich warten.

Lidl verkauft geschälte Zwiebeln - in Plastik eingewickelt

In Großbritannien verkauft Lidl "Nackte Zwiebeln" - geschält und in Plastik eingeschweist

Eigentlich hat frisches Obst und Gemüse den unschlagbaren Vorteil, von der Natur schon mit Verpackung geliefert zu werden. Könnte man zumindest meinen. Lidl Großbritannien scheint da ganz anderer Meinung zu sein und verkauft seit Jahresbeginn "Nackte Zwiebeln" - zum Frischeschutz in Plastik eingeschweißt. Und das alles für einen geringeren Zeitaufwand beim Kochen. Dafür müssen die Kunden für die nackten Exemplare aber auch doppelt so tief in die Tasche greifen.

Der Shitstorm auf Twitter ließ nicht lange auf sich warten. Zahlreiche User posteten Fotos der verpackten nackten Zwiebeln und machten ihrem Ärger Luft. "Ist das euer Ernst? Zwei geschälte Zwiebeln in einer Plastikschale, eingewickelt in Plastikfolie. Ich bin sprachlos", schreibt Winnie Courtene-Jones.

Den meisten Usern erschloss sich der Sinn einer solchen künstlichen Verpackung einfach nicht. 

Unnötiger Müll und Geldverschwendung

"Zwiebeln haben nicht umsonst eine Schale. Wenn man keine Zwiebel schälen kann, sollte man sie auch nicht essen", empfiehlt c.a.halpin - The Hands of Dead Celebrities.

Auch der hohe Preis sorgt für Unmut. "Das ist nicht nur unnötiger Müll, sondern auch eine sinnlose Geldverschwendung. Normalerweise bekommt man zum gleichen Preis bei Lidl ein ganzes Kilo Zwiebeln", schreibt Svitlana.

Andere User merken an, dass geschältes Gemüse für Menschen mit Behinderungen oder Einschränkungen in der Beweglichkeit durchaus einen Sinn machen würde.


Lorna Rees merkt hier aber an, dass das Schälen einer Zwiebel nur der kleinste und leichteste Teil der Verarbeitung sei. "Die Zwiebeln müssten immer noch fein gewürfelt werden."

Lidl rechtfertigt sich

Lidl hat sich inzwischen auf Twitter zu der Plastikverpackung geäußert. Die Qualität und Sicherheit der Produkte sei entscheidend, um zu vermeiden, dass zu viele Lebensmittel weggeworfen werden müssten, so das Unternehmen. 

Insgesamt sei der Discounterkette die Umweltverträglichkeit der Verpackungen sehr wichtig. Man würde daher eng mit Lieferanten und Industriepartnern zusammenarbeiten, die Menge an Verpackungen zu reduzieren und möglichst wiederverwertbare Materialien zu verwenden, heißt es weiter. Zwiebelschale scheint da nicht dazu zugehören.

Damit toppt Lidl fast das "Blumenkohl-Steak", was bei der britischen Supermarktkette Marks and Spencers vergangene Woche in den Regalen lag: Eine Scheibe Blumenkohl, in Plastik eingeschweißt für umgerechnet 2,25 Euro. 

tyr
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