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LOGISTIK: Stinnes soll Bahn europafähig machen

Die Deutsche Bahn AG, die Ende vergangener Woche mehr als 75 Prozent der Stinnes-Aktien erworben hatte, will den Stinnes-Konzern im Laufe des Jahres 2003 in ihr Transport- und Logistikkonzept integriert haben.

Die Deutsche Bahn AG will den Stinnes-Konzern im Laufe des Jahres 2003 in ihr Konzept als Transport- und Logistik-Konzern integriert haben. Das erklärte Vorstandschef Hartmut Mehdorn am Montagabend in Berlin. Die Bahn AG hatte Ende vergangener Woche mehr als 75 Prozent der Stinnes-Aktien unter ihre Kontrolle gebracht. Mehdorn lobte Stinnes als »Investition, wo eins und eins drei ergibt«. Dafür lohne sich der Preis von rund 2,5 Milliarden Euro.

Kein Nachteil für Dritte

Die Stahlhandel- und Chemie-Töchter von Stinnes sollen nach der Übernahme verkauft werden. Es gebe mehrere Interessenten, »aber wir haben es nicht so eilig«, sagte Mehdorn mit Blick auf die dabei zu erzielenden Erlöse. Die neue Logistik-Sparte der Bahn soll als eigenständige Tochter neben Personenverkehr, Personenbahnhöfe und Fahrweg etabliert werden. »Cargo bleibt der Transporteur und Stinnes und Schenker werden der Logistiker«, sagte Mehdorn. Befürchtungen des Speditionsgewerbes, die Bahn monopolisiere den Gütertransport auf der Schiene, wies er mit der Versicherung zurück, es werde aus der Übernahme kein Nachteil für Dritte entstehen.

»Schnell europafähig«

Mehdorns Vor-Vorgänger Heinz Dürr hatte Schenker als Spedition verkauft. Mehdorn nannte das einen Fehler. Nun soll das Unternehmen mit seiner ausgebauten Organisation von Auslandsniederlassungen künftig europaweit komplette Transportlösungen entwickeln und die Bahn dabei als Transporteur einbinden. »Wir werden sehr, sehr schnell europafähig.«

Die Bahn ist schon da

Mehdorn erklärte, auch auf die Schenker-Aktivitäten außerhalb der EU nicht verzichten zu wollen. Das gelte sowohl für Übersee als auch besonders für die osteuropäischen Länder. »Wenn die EU-Erweiterung kommt, können wir sagen: Schenker ist da schon.« Frühere Pläne, sich finanziell im Schienengüterverkehr in Polen zu beteiligen, seien verworfen worden, eine Allianz mit dem dortigen Bahnunternehmen aber durchaus denkbar.

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