Märklin gegen Piko Streit um ein ICE-Modell

Märklin, Piko und ICE3: Ein Ost-Unternehmen, kommt deutlich nach dem West-Unternehmen mit dem gleichen Produkt auf den Markt - aber für die Hälfte des Preises. Plagiat, wetterte Märklin. Unsinn, kontert Piko. Entscheidung offen.

Märklin will dem thüringischen Unternehmen Piko bei Androhung eines Ordnungsgeldes von 250.000 Euro den Vertrieb eines angeblichen Plagiats in Deutschland verbieten lassen. Dem Anwalt von Märklin zufolge hat Piko ein Modell des ICE 3 in "unlauterer Weise" kopiert. Eine Anwältin von Piko bestritt dies am Dienstag in einer ersten mündlichen Verhandlung vor der Wettbewerbskammer. Der Vorsitzende kündigte für den 19. Januar eine erste Entscheidung an.

Die im baden-württembergischen Göppingen ansässige Gebrüder Märklin GmbH will ihrem Konkurrenten aus dem südthüringischen Sonneberg den Weiterverkauf des Modells per Unterlassungsklage verbieten lassen. Der Anwalt des Unternehmens sagte, die Piko Spielwaren GmbH habe sogar Abweichungen des Märklin-ICE vom Original der Deutschen Bahn AG mitkopiert. Zudem warf er Piko vor, es betreibe mit seinem ICE 3 eine unlautere "Herkunftstäuschung". Die Anwältin der Gegenseite bestritt dies und verwies unter anderem auf eine völlig andere Verpackung des Piko-Modells.

In einer ersten vorläufigen Wertung sah der Vorsitzende des Kölner Gerichts unter anderem "gewisse Probleme" bei der Klage von Märklin für den Nachweis einer Herkunftstäuschung. Er räumte der Piko-Anwältin eine vierwöchige Frist ein, um ihre Argumente dem Gericht schriftlich zu unterbreiten. Einem Gerichtssprecher zufolge ist es noch offen, ob es bei dem Termin am 19. Januar zu einem Urteil kommt. Möglich wäre nach Angaben des Sprechers auch, dass das Gericht lediglich beschließt, weitere Beweise zu erheben. Der Streitwert des Kölner Verfahrens wurde auf 500.000 Euro festgesetzt (Az: 81 O 119/06).

Ost-Zug ist billiger

Der Streit schwelt seit Monaten. Die 1992 aus einem früheren DDR-Kombinat hervorgegangene Piko Spielwaren GmbH hatte ihren ICE 3 im vergangenen Jahr auf den Markt gebracht. Das Modell von Branchen-Primus Märklin war früher im Handel. Der Piko-Zug kostet jedoch nur ein Viertel des Märklin-Preises. Die Gebrüder Märklin GmbH macht im Jahr einen Umsatz von knapp 150 Millionen Euro. Der Umsatz von Piko wird auf 6 Millionen Euro geschätzt.

DPA DPA

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