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Marodes Schienennetz: Bahn plant Milliarden-Sanierung

Das deutsche Schienennetz ist marode, viele Strecken wurden zuletzt vor dreißig Jahren erneuert. Nun will die Deutsche Bahn fünf Milliarden Euro in Reparaturarbeiten investieren - und dürfte für erhebliche Verspätungen sorgen.

Die Deutsche Bahn will nach einem Zeitungsbericht mit einem Milliarden-Programm eine Generalsanierung des Schienennetzes in Angriff nehmen. Dafür wolle das Unternehmen in den nächsten drei Jahren fünf Milliarden Euro ausgeben, berichtete das "Handelsblatt" gestern vorab unter Berufung auf ein Strategiepapier der Netz-Tochter der Bahn. Ab dem Frühjahr würden die Bauarbeiten zu massiven Verzögerungen im Personen- und Güterverkehr führen. Besonders betroffen sei die Nord-Süd-Route von Hamburg über Frankfurt nach Basel. Ein Bahn-Sprecher wollte sich nicht dazu äußern, kündigte aber eine Pressekonferenz zum Thema für Ende der Woche an.

Zuletzt hatte der Bundesrechnungshof den Zustand des 34.000-Kilometer langen Netzes massiv kritisiert und sogar von Sicherheitsmängeln gesprochen. Der Bahn wurde vorgeworfen, sie habe ihre Pflichten zur Instandhaltung in den vergangenen Jahren vernachlässigt und in fünf Jahren mindestens 1,5 Milliarden Euro weniger als nötig dafür ausgegeben. Der Bund habe zudem seine Aufsichtspflicht nachlässig ausgeübt.

Offen lässt der "Handelsblatt"-Bericht, ob es sich um zusätzliche Mittel handelt, die in den nächsten Jahren verbaut werden sollen. In der Vergangenheit hatte die Bahn für die Wartung jährlich etwa 1,3 Milliarden Euro ausgegeben. Der Rechnungshof hatte kritisiert, es sei Konsens mit Bahn und Bund gewesen, dass jedes Jahr gut 1,6 Milliarden ausgegeben werden müssten. Diese Summe würde über drei Jahre den von der Zeitung genannten fünf Milliarden Euro in etwa entsprechen.

Reuters / Reuters
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