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Maybrit Illner: "Geltungssucht und Feldherrenattitüde"

ZDF-Talkerin Maybrit Illner, privat mit Telekom-Chef René Obermann liiert, hat ihre Sendung zum Bespitzelungsskandal ordentlich gemeistert. Fragen blieben naturgemäß dennoch offen, der Name Obermann fiel kein einziges Mal. Deshalb muss jetzt Chefredakteur Nikolaus Brender ran.

Von Peter Luley

War es nur Projektion nach all den Vorberichten, oder war die Talkmasterin am Ende doch erleichtert, dass sie es hinter sich hatte? Auf jeden Fall klang die gestrige Maybrit-Illner-Ausgabe zum Thema "Deutschland, einig Spitzelland - wer stoppt die Datendiebe?" betont beschwingt aus.

Im Versuch, mit einem "großen Gedanken" zu enden, hatte die Gastgeberin den Enthüllungsjournalisten Hans Leyendecker gefragt, ob die Gefahr bestehe, dass Deutschland als Überwachungsstaat Orwellschen Zuschnitts ende, und der SZ-Redakteur hatte geantwortet, er sehe zwar "keinen großen, aber viele kleine Brüder". Überdies führe man die gesamte Datenschutzdebatte sehr spät: "Wir sind im Internet dabei, die dollsten Daten rauszugeben, und verlangen auf der anderen Seite Datensicherheit, also: Wir sind auch schizo." Da lachte die Moderatorin ob des pointierten Schlussworts, wünschte sich von ihren Zuschauern, "dass Sie mir heiter bleiben, irgendwie" und verabschiedete sich in eine dreiwöchige EM-Pause.

Anspannung war spürbar

Da war sie geschafft, die Debatte, um die es im Vorfeld so viel Wirbel gegeben hatte. Schließlich ist Illner mit dem Telekom-Vorstandschef René Obermann liiert, und so galt ihr Unterfangen, den jüngsten Ausspähungs-Skandal des halbstaatlichen Konzerns aufzuarbeiten, als "Härtetest für die Profi-Talkerin" ("Financial Times Deutschland") - wenn nicht gar als mit einem "Geschmäckle" ("Kölner Stadt-Anzeiger") behaftet.

Selbst im Sender war das Vorhaben zunächst umstritten: Zunächst wollte ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender sich mit einer "Was nun, Herr Obermann?"-Sondersendung selbst des Falls um die bis zum Jahr 2006 erfolgten systematischen Bespitzelungen von Aufsichtsräten und Journalisten annehmen. Erst als der Telekom-Boss unter Hinweis auf die laufenden staatsanwaltlichen Ermittlungen absagte, wurde beschlossen, das Thema in der Illner-Show zu behandeln - und zwar unter der Maßgabe, nicht nur den Telekom-Fall zu erörtern, sondern quasi eine gesamtgesellschaftliche Klimastudie inklusive der Fälle Lidl, Bahn und Co. zu erstellen.

Nachdem die ARD-Matadore Anne Will und Frank Plasberg das Thema ausgespart hatten, nun also ausgerechnet die privat involvierte ZDF-Talkerin als Investigatorin im Abhörskandal? Konnte das gutgehen?

Nun ja, es ging - wenn auch der Erkenntnisgewinn mäßig blieb und die Anspannung unterschwellig spürbar war. Illner hatte sich nicht nur entschieden, ihren potenziellen Interessenkonflikt in keiner Weise anzusprechen, sondern sogar das Kunststück vollbracht, dass der Name Obermann in der kompletten Stunde kein einziges Mal fiel. Nicht mal im Zusammenhang mit der Beteuerung, von der Spitzelaffäre nichts gewusst zu haben.

Keine wirkliche Debatte

Als Gäste hatte die Moderatorin - in Ermangelung auch jeglicher anderer auskunftswilliger Telekom-Führungsmitglieder - neben Leyendecker den CDU/CSU-Fraktionsvize Wolfgang Bosbach, die ehemalige FDP-Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und den stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden der Telekom, Verdi-Funktionär Lothar Schröder, geladen; dazu August-Wilhelm Scheer, den Verbands-Präsidenten der Telekommunikationswirtschaft (Bitkom), und Hans Sturhan, Geschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Detektive (BDD).

Die Runde bestätigte im Grunde einen Vorbehalt gegenüber dem Talkshow-Format, den Chefredakteur Brender gegenüber dem "Tagesspiegel" selbst geäußert hatte, als er noch an das baldige Zustandekommen seines konfrontativen Obermann-Inteviews geglaubt hatte: "Welche unterschiedlichen Meinungen kann man denn da haben, welche unterschiedlichen Positionen besetzen?" Zwar gab es unterschiedlich gefärbte Sichtweisen - insgesamt aber war man sich selbstverständlich einig in der Verurteilung des gestörten Verhältnisses der Telekom zum Post- und Fernmeldegeheimnis.

So betonten die Verbandsvertreter jeweils die Standpunkte ihrer Berufsgruppen: Bitkom-Präsident Scheer verwies etwas eigenwillig auf den Druck, dem Unternehmen im Zeitalter der Globalisierung ausgesetzt seien und der es erfordere, dass "ein Manager nicht nur im Kopf hat, sich formal richtig zu verhalten und dann hinterher formal richtig zum Konkursrichter zu gehen". Vielmehr käme es auch auf "unternehmerische Fantasie und eine gewisse Aggressivität" an.

Keine Samthandschuhe von Illner

BDD-Geschäftsführer Sturhan beklagte den Ansehensverlust seiner Zunft und forderte eine geregelte Zulassung für Privat-Ermittler. Verdi-Mann Schröder stellte angesichts der Häufung von Firmenskandalen wie Siemens, Lidl, VW und Telekom fest: "Wir haben ein gewaltiges Problem mit der Moral." Bosbach verteidigte den Schäuble-Katalog zu geheimen Online-Untersuchungen, während Leutheusser-Schnarrenberger forderte, "man sollte die Finger davon lassen". Alle aber hätten zweifellos unterschrieben, dass die Telekom im Rahmen des Gesetzes hätte handeln müssen und dass der entstandene Vertrauensverlust beklagenswert sei.

Nicht vorwerfen konnte man Illner, das sie mit Samthandschuhen gefragt hätte. "Unter welchem Verfolgungswahn muss die Telekom offensichtlich gelitten haben, um so was zu tun?", wollte sie eingangs von "SZ"-Mann Leyendecker wissen und ließ den Journalisten "ein großes Maß an Geltungssucht und Feldherrenattitüde in der Führungsebene" diagnostizieren.

In Anspielung auf den gern benutzten Begriff Telekom-Gate fragte sie in forscher Zuspitzung: "Wer ist der neue Richard Nixon?" Und als Leyendecker beschied, "einer der Verdächtigen", präzisierte sie "also Zumwinkel oder Ricke" - um sich von Bosbach belehren zu lassen, dass auch hier die Unschuldsvermutung zu gelten habe.

Am nächsten kam sie ihrer persönlichen Involviertheit mit der Frage an Leyendecker: "Wo liegt die Verantwortung des gewesenen Vorstands und wo die des aktuellen?" - "Die des gewesenen liegt in der Aktion", lautete die Antwort, "der neue Vorstand hat zwei Dinge unterlassen: sich bei dem Journalisten zu entschuldigen und zur Staatsanwaltschaft zu gehen." Das sei ein gravierender Fehler gewesen - man habe wohl gehofft, man komme da irgendwie durch.

Und um genau diese Umstände zu klären, muss nun noch mal Nikolaus Brender ran - mit einer "Was nun...?"-Ausgabe, wenn Obermann denn zusagt.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(