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MEDIEN: Bauer-Verlag und Hypo kaufen KirchMedia

Endlich vorbei? Deutschlands größter TV-Konzern ProSiebenSAT.1 soll an den Bauer-Verlag und die HypoVereinsbank verkauft werden.

Im Milliardenpoker um das Kerngeschäft der zusammengebrochenen KirchGruppe setzte sich das Konsortium um den Bauer-Verlag und die HypoVereinsbank gegen Konkurrenten aus dem In- und Ausland durch. »Die Entscheidung ist grundsätzlich gefallen«, sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Ziems am Mittwoch nach einem Gläubigertreffen der insolventen KirchMedia in München.

Springer und Spiegel blieben außen vor

Der Axel Springer Verlag und der Spiegel-Verlag sind entgegen anderen Spekulationen bei dem erfolgreichen Konsortium nicht dabei. Der Kaufpreis für die Mehrheit an ProSiebenSAT.1 und dem Rechtehandel wurde nicht genannt, er dürfte aber laut Branchenschätzungen bei knapp zwei Milliarden Euro liegen.

Bauer ist Leitwolf

Die unternehmerische Führerschaft in der Bieter-Gruppe hat der Bauer-Verlag. Dem Konsortium wird sich voraussichtlich auch noch das US-Studio Columbia anschließen. Er rechne nicht damit, dass jetzt noch unterlegene Bieter dazustoßen, sagte Ziems. Bauer und HypoVereinsbank setzten sich zuletzt gegen eine Gruppierung von Altgesellschaftern und gegen den französischen Sender TF1 im Verbund mit dem US-Milliardär Haim Saban durch. Kartellrechtliche Probleme erwarten die Geschäftsführung und Insolvenzverwaltung bei einem Verkauf an Bauer nicht. Die Details sollen in den kommenden Wochen geklärt werden.

Jetzt werden die Verträge formuliert

Die Entscheidung für einen Bieter fiel früher, als in der Branche zuletzt erwartet. Ziems wollte nicht völlig ausschließen, dass das Geschäft in letzter Minute noch scheitert. Er rechnet aber nicht damit. Insolvenzverwalter Michael Jaffé sagte: »Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden.« Der Sprecher des Bauer-Verlags, Andreas Fritzenkötter, sagte in Hamburg, »es wird noch ein paar Wochen dauern, bis die Verträge unter Dach und Fach sind«. Zum Kaufpreis wollte er sich nicht äußern.

Mehrheit von 52 Prozent

Bauer und die HypoVereinsbank werden laut Ziems die Mehrheit von 52 Prozent an der ProSiebenSAT.1 Media AG kaufen. In den TV-Konzern soll dann auch der Filmrechtehandel eingebracht werden. Die Sportrechte werden an das Management um Günter Netzer verkauft. Damit ist die KirchMedia weitgehend ausgeschlachtet, ein Käufer muss noch unter anderem für das DSF gefunden werden.

Integrierter Medienkonzern

Bauer und die HypoVereinsbank hatten laut Ziems das beste Angebot abgegeben. Zudem wollte das Konsortium am Konzept eines integrierten Medienkonzerns festhalten. Von dem Verkauf sind 6.000 Beschäftigte bei ProSiebenSAT.1 und beim Rechtehandel betroffen. Geschäftsführer Wolfgang van Betteray sagte, ein Großteil der Arbeitsplätze sei durch den Verkauf gesichert.