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MEDIEN: Drei Bieter für KirchMedia

Im Wettstreit um die insolvente KirchMedia sind drei Bieter für die Endrunde ausgewählt worden. Zu den drei Kandidaten soll das Konsortium aus Commerzbank und dem Hollywood-Studio Columbia gehören.

Während ein Sprecher der KirchMedia am Freitagabend nicht sagen wollte, um wen es sich handelt, berichtet das Hamburger Nachrichtenmagazin »Der Spiegel« in seiner neuen Ausgabe, dass das Konsortium aus Commerzbank und dem Hollywood-Studio Columbia mit einem vorläufigen Angebot von 2,3 Milliarden Euro zu den drei Kandidaten gehört.

Außerdem sei das gemeinsame Gebot des US-Medienunternehmers Haim Saban und des französischen Medienkonzerns TF1 in Höhe von 2,6 Milliarden Euro berücksichtigt worden. Dritter im Bunde ist danach eine Gruppe um die Investmentbank Lehman Brothers, darunter die Kingdom Holdings des saudiarabischen Prinzen Walid und der Handelskonzern REWE, deren Angebot bislang bei 2,5 Milliarden Euro liege.

Die zunächst ausgeschlossenen Bieter können laut Kirch-Sprecher ihre Angebote für das einstige Herzstück der Kirch-Gruppe mit dem TV- Konzern ProSiebenSAT.1 nachbessern und damit wieder in die engere Auswahl gelangen.

Vorerst nicht weiter im Rennen sind laut »Spiegel« der US-Medienkonzern Viacom sowie das Verlagskonsortium aus Axel Springer Verlag, Heinrich Bauer Verlag und der Hypo-Vereinsbank, an dem auch der Spiegel-Verlag eine Beteiligung prüfe. Da die Bieterkonstellationen noch offen seien für Veränderungen, rechneten Insider etwa damit, dass Commerzbank und Columbia sich um die Hypo-Vereinsbank und den Bauer Verlag verstärken könnten, schreibt das Hamburger Magazin weiter.

Bis Ende Juli hatten sieben Einzelbieter und Konsortien ein unverbindliches Gebot für eine Übernahme der KirchMedia abgegeben. Ob alle von ihnen bis zuletzt noch dabei waren, war unklar. Die erfolgreichen Kandidaten der Vorrunde erhalten nun die Möglichkeit, die Bücher der KirchMedia genauer zu prüfen.

Friede Springer will Aktien aus Kirch-Paket

Mehrheitsaktionärin Friede Springer hat nach einem Bericht der »Welt am Sonntag« ihr Interesse an einem Teil des 40-prozentigen Springer-Aktienpakets bekräftigt, das der Kirch-Konzern hält. »Ich hätte ganz gerne fünf Prozent davon, wenn möglich«, sagte die stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Axel Springer Verlag AG. Sie sprach sich gleichzeitig für ein Engagement des Verlags im Radio- und Fernsehmarkt aus. »Wenn wir da verstärkt Fuß fassen könnten, wäre ich sehr dafür. Wir können aber auch ohne Fernsehen erfolgreich sein.« Sie werde dafür sorgen, dass der Verlag nie in falsche Hände falle, sagte sie der Zeitung.

Im Streit mit Großaktionär Leo Kirch will Friede Springer die geplante außerordentliche Hauptversammlung Ende September nutzen, um dessen absurde Vorwürfe gegen den Verlag aus der Welt zu schaffen. Kirch vertritt die Ansicht, dass der Springer-Vorstand mit Forderungen von 767 Millionen Euro an den Kirch-Konzern nicht nur ihm selbst geschadet hat, sondern auch dem Gesamtverlag. Dies möchte er durch das Votum einer Hauptversammlung bestätigt wissen. Springer hatte mit der Ausübung der Verkaufsoption seines 11,5-Prozent-Anteils an Kirchs Fernsehkonzern ProSiebenSat1 Media AG die finanziellen Probleme des Münchner Unternehmers verschärft.